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Prozess gegen "Ägyptens legitimen Präsidenten" vertagt

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Prozess gegen "Ägyptens legitimen Präsidenten" vertagt

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In der Polizeiakademie in Kairo hat an diesem Montag der Prozess gegen Ägyptens Ex-Präsidenten Mohammed Mursi begonnen. Allerdings wurde er sofort unterbrochen und dann auf Januar kommenden Jahres vertagt.

Denn: So gelassen, wie Mursi bei seiner Ankunft im Gericht noch schien, so ungehalten zeigte er sich später, als er gemeinsam mit seinen Mitangeklagten vor die Richter trat – und das in dem Käfig, in dem schon sein Vorgänger Hosni Mubarak erscheinen musste.

Mursi bezeichnete sich nun als legitimen Präsidenten Ägyptens, er erkannte das Gericht nicht an, nannte den Prozess eine Farce und verlangte dessen Ende. Seine Absetzung durch das Militär nannte er einen Putsch, die Putschisten müssten vor Gericht.

Auch die anderen Angeklagten protestierten lautstark gegen die Militärherrschaft, und im Gerichtssaal kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Verteidigern und einigen Prozessbeobachtern. Nun soll es am 8. Januar weitergehen.

Militär und Polizei sperrten den Verhandlungsort weiträumig ab. Der demokratisch gewählte Mursi war im Juli vom Militär gestürzt und dann an einem unbekannten Ort festgehalten worden. Er und 14 Muslimbrüder müssen nun sich wegen der Tötung von Demonstranten verantworten. Ihnen droht im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe oder lebenslange Haft.

Mursi wurde nach dem verunglückten Prozessauftakt in ein Gefängnis bei Alexandria gebracht.

Mit dpa, Reuters, AFP