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Angeklagte stören: Prozess gegen Mursi unterbrochen

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Angeklagte stören: Prozess gegen Mursi unterbrochen

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Kurz nach seinem Beginn am Montag ist der Prozess gegen den gestürzten ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi unterbrochen worden. Mursi und seine Mitangeklagten hatten mit Sprechchören, in denen sie die Rechtmäßigkeit des Verfahrens anzweifelten, die Verhandlung gestört.

Den 15 Angeklagten wird vorgeworfen, für den Tod von Demonstranten im Dezember mitverantwortlich zu sein. Sieben befinden sich auf der Flucht, ihnen wird der Prozess in Abwesenheit gemacht. Den Angeklagten drohen lebenslange Haft oder die Todesstrafe.

Mursi war der erste freigewählte Präsident Ägyptens. Doch verloren er und die regierende Partei der Muslimbruderschaft rasch an Popularität. Ende November 2012 erließ Mursi eine umstrittene Rechtsverordnung, in der er die Macht der Justiz einschränkte und sich selbst umfangreiche Vollmachten sicherte. Damals gingen Islamisten brutal gegen protestierende Gegner des Präsidenten vor. Bei diesen Auseinandersetzungen starben sieben Menschen. Für ihren Tod wird Mursi nun der Prozess gemacht.

Nach anhaltenden Massenprotesten stürzte das Militär im Juli Mursi. Seither wurde er an einen unbekannten Ort festgehalten.

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