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Russland Ultranationalisten marschieren gegen Muslime

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Russland Ultranationalisten marschieren gegen Muslime

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Rund 8.000 Menschen haben am Montag in einem Arbeiterviertel am Stadtrand von Moskau am “Russischen Marsch” teilgenommen, der traditionell von Ultranationalisten zum “Tag der Volkseinheit” veranstaltet wird. In diesem Jahr fand die Kundgebung vor dem Hintergrund von fremdenfeindlichen Ausschreitungen in einem Moskauer Stadtteil vor drei Wochen statt.

Die Teilnehmer skandierten immer wieder die Parole “Heute eine Moschee, morgen der Dschihad”. 30 Personen wurden wegen Tragens von Nazi-Symbolen festgenommen.

“Wir laufen mit, um zu zeigen, dass das russische Volk existiert, dass uns niemand irgendetwas verbieten kann, dass niemand den Geist eines russischen Mannes brechen kann. Irgendwann werden wir Gerechtigkeit bekommen und die Kaukasier werden verschwinden. Alle Einwanderer werden irgendwann gehen”, glaubt der 23-jährige Richard Sobolow.

Der “Tag der Volkseinheit” erinnert an die Befreiung Moskaus von den polnisch-litauischen Besatzern im Herbst 1612. Er ersetzt den Jahrestag der Oktoberrevolution als Staatsfeiertag.

Vor wenigen Wochen war es in Moskauer Stadtteil Birjuljowo zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Mehrere hundert Menschen hatten einen Gemüsegroßmarkt verwüstet, nachdem ein junger Russe ermordet worden war. Als Täter wurde ein Aserbaidschaner verhaftet.

Auch in anderen Städten haben Ultranationalisten “Russische Märsche” veranstaltet. Menschenrechtler organisierten als Antwort auf die Kundgebungen ein Forum “Russlands Einheit in der Solidarität der Bürger. Gegen Fremdenhass und Nationalismus”

Durch die Zuwanderung von Gastarbeitern aus dem Kaukasus und Mittelasien ist die ausländerfeindliche Stimmung in Russland gewachsen. Mehr als die Hälfte aller Moskauer bezeichnete in einer Umfrage zur Bürgermeisterwahl “Zuwanderung” als drängendstes Problem. Die Stimmung gegenüber Menschen aus Mittelasien oder dem Kaukasus ist zuweilen offen feindselig.

Die Beteiligung war höher als in vergangenen Jahren. Allerdings folgten weit weniger Russen dem Aufruf zur Teilnahme am “Russischen Marsch” als die Organisatoren erhofft hatten.