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Argentinien legt historische Militärakten offen

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Argentinien legt historische Militärakten offen

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In Argentinien sind Geheimakten der Militärdiktatur aufgetaucht. Mitarbeiter der Luftwaffe entdeckten die Dokumente nach Angaben des Verteidigungsministeriums in einem Keller. Darunter befanden sich auch so genannte “schwarze Listen”, auf denen zu überwachende Intellektuelle und Künstler aufgeführt wurden. Unter den insgesamt 280 Originalakten seien auch Regierungspläne für einen Zeitraum bis ins Jahr 2000, so der argentinische Verteidigungsminister Augustin Rossi in Buenos Aires. “In den meisten Unterlagen, die das Verschwinden der Oppositionellen dokumentieren, ging es darum, was man der Öffentlichkeit dazu sagen soll. Wie sollte man die Medien informieren, wie über die Verschwundenen sprechen, etwa mit verharmlosenden Umschreibungen”, so Rossi weiter.
Es ist das erste Mal, dass die Regierung solche Unterlagen freigibt. Opferfamilien fordern das seit Jahrzehnten – auch von der argentinischen Kirche.
Während der Militärherrschaft unter General Joge Videla zwischen 1976 und 1983 wurden in Argentinien mehr als 30.000 Menschen aus dem Weg geschafft.