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New York vor Bürgermeisterwechsel

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New York vor Bürgermeisterwechsel

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Bill di Blasio ist schon auf dem Endspurt ins Bürgermeisteramt von New York. 52 Jahre ist er alt, ein Meter 95 groß, italo-amerikanischer Abstammung. Und vor allem Demokrat. Der mit einer Afro-Amerikanerin verheiratete di Blasio passt bestens in das multi-ethnische Bild der Stadt.
So ist auch sein Wahlkampf ausgerichtet, bei dem die ganze Familie mitmacht. Der gebeutelten Mittelklasse gilt seine besondere Sorge.
Er nennt New York City “eine Familien- und Nachbarschaftsstadt”, die allen ihre Möglichkeiten bieten muss.
Sein republikanischer Gegenspieler Joe Lhota sieht dagegen eher blaß aus in Amerikas Großstadt mit den größsten sozialen Unterschieden. Sein Wahlkampf läuft unter dem Schlagwort “Sicherheit”, er will in erster Linie die Kriminalistät bekämpfen.
In seinen Wahlkampfvideos bezeichnet der Republikaner Lhota den Demokraten Di Blasio als
“eine Gefahr für die Stadt”. Ganz im Stile des nach 20 Amtsjahren scheidenden republikanischen Bürgermeisters Michael Bloomberg. Dessen harscher Kurs mit hart durchgreifender Polizei, den vielen Verdachtskontrollen, von denen sich Unschuldige diskriminiert fühlen, kommt bei den New Yorkern nicht immer gut an.
Der Demokrat di Blasio meint, die Mehrheit der New Yorker brauche eher soziale Sicherheit. In der Stadt mit den meisten Milliardären der USA sehen 46 % der Einwohner täglich der Not ins Auge, ob es nun um Ernährung, Gesundheit oder Wohnung geht.
Die Armutsgrenze liegt in der Stadt der Superreichen bei einem Einkommen von umgerechnet 23.000 Euro pro Jahr für einen Vier-Personen-Haushalt.
21% der New Yorker haben weniger.
Folglich findet Kandidat Di Blasio reichlich Zustimmung für seinen Vorschlag, Einkommen von umgerechnet mehr als 375.000 Euro pro Jahr höher zu besteuern. Wähler wie Tanya Pettis meinen, er vertrete ihre Interessen. Er schaue darauf, was die Leute brauchen, Schulen z.B. Lhota erscheint ihr weniger an den gemeinen Bürgern interessiert zu sein., an der Mittelklasse, der momentan niemand so richtig helfe. Es gebe schon fast keine Mittelklasse mehr. Was New Yorker, die mit Kindern im Obdachlosenheim gelandet sind, täglich am eigenen Leibe verspüren. Di Blasio will Kindergartenplätze für alle Vierjährigen finanzieren, er will 200.000 Sozialwohnungen schaffen. Leicht dürfte das nicht werden angesichts der Finanzlage der Stadt. Aber der ehemalige Wahlkampfmanager von Hillary Clinton will es entschlossen anpacken.