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Zensur in Sotschi: TV-Teams festgesetzt

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Zensur in Sotschi: TV-Teams festgesetzt

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Die schöne und makellose Seite von Sotschi. Weniger als einhundert Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele wird hier um jeden Preis versucht, die Schwarzmeer-Metropole positiv darzustellen.

Problematisch werden Wege abseits offiziell zugelassener Pfade. Das musste auch ein norwegisches TV-Team am eigenen Leib erfahren, das sich scheinbar zu weit aus der Deckung gewagt hatte.

Stundenlange Verhöre und Drangsalierungen folgten. Menschenrechtler wie Semyon Simonow von der Organisation “Memorial” sind empört.

“Natürlich kommt das einer Zensur gleich. Wie soll man das sonst nennen? In der Region Sotschi werden alle Medien zensiert.
Das zeigt deutlich auf, dass die russischen Behörden machen was sie wollen – ohne sich dabei für internationale Reaktionen oder Vorbehalte zu interessieren.”

Mit versteckter Kamera dokumentierten die norwegischen Journalisten ihre Festsetzung und die intensiven Überprüfungen der Personalien.

“So schmutzig sehen meine Hände aus nach den Fingerabdrücken in Polizeigewahrsam”, erklärt Reporter Oystein Bogen vom TV-Sender TV2 Norway. “Die haben gründliche Arbeit geleistet auf der Wache.”

Vor den Norwegern war bereits ein deutsches TV-Team fünf Stunden festgehalten und erst nach Intervention der deutschen Botschaft frei gelassen worden.

Deutliche Signale des russischen Systems frei nach dem Motto: Bis hierhin und nicht weiter.
Hinter den Machtdemonstrationen wird die objektive Berichterstattung aus Sotschi zumindest vor Beginn der Olympischen Spiele 2014 noch etwas zurück stecken müssen. Oder sich auf rein sportliche Elemente beschränken müssen.

Eiserner Vorhang – wird hinter vorgehaltener Hand getuschelt.