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Aus Angst vor verseuchtem Fisch: Geigerzähler im Supermarkt

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Aus Angst vor verseuchtem Fisch: Geigerzähler im Supermarkt

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Das im März 2011 havarierte Kernkraftwerk in Fukushima verliert nach wie vor radioaktives Kühlwasser. Das hat katastrophale Auswirkungen auf die Fischindustrie, nicht nur in Japan, sondern auch in Südkorea. Auf dem Großmarkt in Seoul haben viele Stände dichtgemacht.

“Das Misstrauen japanischen Fischprodukten gegenüber ist extrem groß”, klagt ein Händler. “Das führt dazu, dass auch weniger koreanische Fische gekauft werden, obwohl die nicht verseucht sind.”

Aus Sorge über die radioaktive Verseuchung des Meeres hat Südkorea Importbeschränkungen für japanische Fischereiprodukte verhängt. Um das Vertrauen der Verbraucher in einheimische Produkte zu stärken, stehen an Fischständen Geigerzähler zur Verfügung. Hier kann der Kunde selbst überprüfen, ob der Fisch belastet ist. Schilder weisen darauf hin, dass keine japanischen Produkte angeboten werden. Aber reicht das aus?

“Derzeit sind gilt ein Importverbot für Fisch aus den acht japanischen Präfekturen rund um Fukushima”, erklärt Lee Soo-Doo vom Ministerium für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit. “Bei Fisch aus anderen Präfekturen wird die radioaktive Belastung gemessen. Wir testen sämtliche Importgüter.”

Im Sommer hatte sich die Strahlung rund um kontaminierte Wassertanks in Fukushima deutlich erhöht, um neue Höchstwerte zu erreichen. Die Warnung vor verstrahltem Fisch hat die südkoreanischen Kunden abgeschreckt. Vielle befürchten Etikettenschwindel, wie diese Kundin. “Es stimmt, dass ich weniger Fisch und Meeresprodukte kaufe, als vorher. Ich glaube, der Vertrieb nicht völlig transparent abläuft, das macht mich stutzig.”

Hoffnung auf Entwarnung gibt es derzeit nicht, radioaktives Kühlwasser fließt weiterhin in Fukushima. Demnächst sollen mehr als 1500 Brennstäbe aus dem Kühlbecken im Reaktor 4 geborgen werden. Die Aktion ist jedoch nicht ohne Risiken.