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Präsidentenwahl in Tadschikistan


Tadschikistan

Präsidentenwahl in Tadschikistan

In Tadschikistan ist an diesem Mittwoch Präsidentenwahl. In einem extrem armen Land, dessen Präsident mit gigantischen Repräsentationsbauten protzt. Der das Land seit mehr als 20 Jahren beherrschende Emomali Rachmon wird sich mit Sicherheit für weitere sieben Jahre im Amt bestätigen lassen. Durch die von ihm aufgestellten Regeln für die Bewerbung wurden weitere Kandidaten von vorn herein ausgegrenzt.
Tadschikistan, einst Teil des Perserreiches, wovon die Sprache geblieben ist, halb so groß wie Deutschland – hat nur 8 Millionen Einwohner.
90% des Landes liegen im Hochgebirge auf 3000 Metern und höher. Nur im Ferganatal an der Grenze zu Usbekistan ist Landwirtschaft im größeren Stil möglich. Auf den Zusammenbruch der UdSSR und die Unabhängigkeit 1991 folgte ein sechs Jahre dauernder blutiger Bürgerkrieg zwischen der Staatsmacht und islamistischen Kämpfern. Nebenan liegt Afghanistan. Da schwappte viel herüber in die ärmste der einstigen Sowjetrepubliken in Mittelasien.
Fast die Hälfte der Tadschiken leben unterhalb der Armutsgrenze. Der durchschnittliche Monatslohn liegt bei 100 euro, das jährliche Pro-Kopf-Einkommen um die 637 euro. Weshalb Tausende von Tadschiken als schlecht bezahlt Arbeitemigranten in Russland schuften.
Zur Präsidentenwahl nicht zugelassen wurde auch die 65jährige Ojnichol Bononasarowa von der oppositionellen “Islamischen Partei der Wiedergeburt”. Sie wirft dem despotischen Präsidenten neben dem schlechten Zustand der Wirtschaft vor allem Behördenwillkür und schwere Menschenrechtsverstöße vor. Es gebe keine Redefreiheit, keine Religionsfreiheit.
Präsident Emomali Rakhmon versucht durch ein gutes Verhältnis zu Russland seinen schwerwiegenden Problemen beizukommen.
Noch bis 2005 wurde die Grenze zu Afghanistan von russischen Truppen bewacht, die immer noch in Tadschikistan stationiert sind. Die Stromversorgung ist so schlecht, dass in weiten Teilen des Landes im Winter nachts der Strom abgeschaltet werden muss, weil die Flüsse zu wenig Wasser haben für die Stromerzeugung. Um eine neues, schon zu Sowjetzeiten gepantes, Wasserkraftwerk gibt es heftigen Streit mit Usbekistan, das befürchtet, dann nicht mehr genug Wasser für seine Baumwollfelder zu bekommen. Der Erfolg des Dauerpräsidenten hat mit der Furcht der Bürger vor neuen Unruhen zu tun.
Sie wählen ihn, wie ein Mann auf der Straße in der Hauptstadt Duschanbe sagt, wegen seiner großen Erfahrung. Er habe viel für das Land getan.
Die OECD kritisiert diesmal vor allem das Fehlen von echten Gegenkandidaten. Bei vorangegangenen Wahlen war z.B. bemerkt worden, dass Familienoberhäupter für die ganze Familie abstimmen. Tadschikistan wird wohl noch weiter mit dem Personenkult des sich “Vater der Nation” nennenden Rachmon leben.

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