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Bakterien machen Mücken gegen den Dengue-Erreger resistent

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Bakterien machen Mücken gegen den Dengue-Erreger resistent

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In Fachkreisen heißt sie auch Doktor Dracula, weil sie viel Zeit mit Mücken verbringt und sich im Dienst der Wissenschaft von den Blutsaugern stechen lässt. Die vietnamesische Forscherin Nguyen Thi Yen weiß alles über Mücken. Auch wie man sie gegen den gefürchteten Dengue-Erreger resistent macht, mit einem Bakterium namens Wolbachia. Die Methode gilt als wegweisend. Mit dem Dengue-Virus stecken sich jährlich etwa 390 Millionen Menschen an, überwiegend in Asien.

Nguyen Thi Yen: “Weibliche Stechmücken, die das Wolbachia-Bakterium in sich tragen, geben es an die nächste Generation weiter. Auch wenn sie sich mit nicht-resistenten Moskitomännchen fortpflanzen. Paaren sich wilde Mückenweibchen mit virenresistenten Männchen, entstehen keine lebensfähigen Nachkommen. So wird der für den Menschen gefährliche Mückenbestand, der Dengue-Fieber überträgt, durch den harmlosen ersetzt.”

Das Wolbachia-Bakterium ist eine Art Impfstoff für Mücken gegen den Dengue-Erreger. Diese Wirkung war schon länger bekannt, doch die Forscher mussten erst einen Bakterienstamm finden, der Stechmücken als Überträger ausschaltet, ohne ihre Lebens- und Fortpflanzungsfähigkeit zu verringern. Das ist inzwischen gelungen.

Im Kampf gegen das Dengue-Fieber zeigt die Strategie erste Erfolge: In Australien wurden Mücken in kleineren Versuchsgebieten gezielt mit Wolbachia-Bakterien infiziert und freigelassen.
Derzeit laufen ähnliche Versuche in Vietnam, erläutert Projektmanager Simon Kutcher.

“Ich bin sehr gespannt, was diese Methode für eine Region, in der der Dengue-Erreger weit verbreitet ist, bedeutet. Wir hoffen, dass unsere Feldversuche so erfolgreich sind, dass wir sie auf ein breiteres Gebiet ausweiten können, zum Beispiel eine ganze Stadt.”

Wolbachia-Moskitos sollen auf einer der vietnamesischen Küste vorgelagerten Insel ausgesetzt werden. Ein weiterer Versuch ist in Indonesien geplant.