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Vorhang auf für die Liszt-Akademie in Budapest

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Vorhang auf für die Liszt-Akademie in Budapest

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Die Budapester Liszt Akademie hat ihre Toren nach erfolgreichen Renovierungsarbeiten wieder eröffnet. Die prestigeträchtige, ungarische Institution, bestehend aus Musikhochschule und Konzerthaus, blickt ambitioniert in die Zukunft und erfindet ihr Image neu.

Der Pressechef Imre Szabó Stein erklärt: “Das Gebäude entzieht sich jeder Definition, der Reichtum an Motiven und Ornamenten macht es einzigartig und das Ausmaß ihrer Bedeutung muss erst noch vollständig enthüllt werden. Mit den Schätzen der Vergangenheit versuchen wir, eine moderne Marke zu entwerfen.”

Die Akademie, die 1875 von Liszt gegründet wurde, zog im Jahre 1907 in dieses wunderschöne Jugendstilgebäude. Viele der größten ungarischen Musiker wurden hier ausgebildet und viele Stars des 20. Jahrhunderts traten in dem atemberaubenden Konzertsaal auf.

Der Akademie-Präsident András Batta führt aus: “Zahlreiche Musiker sind hier hergekommen, große russische Künstler, Richter, Rostropovich, David Oistrach. Sie liebten den Saal, seine besondere Atmosphäre. Da der Saal wie ein Glocke konstruiert ist, können sich Künstler und die Zuhörer näher kommen. Der Künstler ist der Klöppel und es ist so, als ob das Publikum diese Art Glockenschlag widerhallt.

Einige der heutigen, großen ungarischen Musiker spielten auf der Gala – von Pianist Bogányi über die Geiger Katalin Kokas und Barnabás Kelemen – die auch an der Akademie unterrichten.

Katalin Kokas unterstreicht: “Das ist der Tempel der Musik, der Schrein. Ich empfinde immer das gleiche Glücksgefühl, wenn ich das Gebäude betrete. Das ist meine Alma Mater. Seit meinem 12. Lebensjahr bin ich hier ausgebildet worden. Alles was ich kann, habe ich hier gelernt und das gebe ich an meine Studenten weiter.

Barnabás Kelemen: “Mein Großvater war in den dreißiger Jahren einer der einflussreichsten Zigeuner-Konzertmeister. Ich kenne ihn nur aus Schwarz-Weiß-Filmen. Meine Mutter erinnert sich kaum an ihn, er starb jung, aber Blut ist kein Wasser, deshalb liebe ich es, Zigeunermusik zu spielen.”

Auf der Gala spielte das Paar einige Violinen-Duos von Béla Bartók. Der Komponist trug dazu bei, dass Barnabás und Katalin ein Paar im echten Leben wurden. Katalin Kokas: “Im Alter von 17 Jahren kamen wir dank der Bartók-Duos zusammen. Das passierte in einem Moment in dem wir realisierten, dass wir füreinander gemacht waren. Wir wussten da noch nicht, was der andere über Musik dachte, aber wir merkten, dass es die perfekte Harmonie war und dass unsere Verschiedenheit sich ergänzte.”

In diesem Beitrag hören Sie Auszüge aus:

- Johannes Brahms: Ungarischer Tanz No. 5 – Béla Bartók: 44 Duos für 2 Violinen (BB 104, Auszüge) – Ernst von Dohnányi, Klavierquintett Nr. 1 c-moll op.1 – Allegro – Franz Liszt, Réminiscences de Don Juan