Eilmeldung

Eilmeldung

Zu teuer: Valencia macht seine Rundfunkanstalt dicht

Sie lesen gerade:

Zu teuer: Valencia macht seine Rundfunkanstalt dicht

Schriftgrösse Aa Aa

Die spanische Region Valencia macht ihren staatlichen Radio- und Fernsehsender RTVV dicht. Grund sind die massiven finanziellen Schwierigkeiten der Region. Der hoch verschuldete Sender hatte zuvor als Rettungsversuch rund 1000 der gut 1700 Mitarbeiter entlassen, das oberste Gericht der Region erklärte den Schritt aber für illegal. Da die Wiedereinstellung der Entlassenen zu teuer wäre, “entschied sich die Regierung zur Schließung”.

Der konservative Regierungschef von Valencia, Alberto Fabra, sagte: “Das Urteil lässt uns keine andere Wahl, als den Sender zu schließen, denn wir könnten nicht einmal die Kosten tragen, die der Sender vor drei Jahren hatte, jetzt ist er schlicht unbezahlbar. Wir werden die Schließung so schnell, wie die Gesetze es erlauben, durchführen.”

Senderchefin tritt zurück

Die bisherige Chefin des Senders, Rosa Vidal, trat samt ihren Vorstandskollegen nach der Ankündigung zurück. Sie warf der Regierung vor, bei den Schließungsgründen nicht die Wahrheit gesagt zu haben, daher stehe sie für die beschlossene Umsetzung nicht zur Verfügung.

Auch andere Regionalsender in Spanien mussten bereits drastische Einsparungen durchziehen. Derzeit droht dem Sender Telemadrid die Schließung. Dessen Mitarbeiter demonstrierten ihre Solidarität mit den Kollegen in Valencia. Auch Angestellte von Spaniens öffentlich-rechtlichem Rundfunk RTVE protestierten gegen die Schließung. Wirkung wird all das wohl nicht haben. Die Schließung, so machte Valencias Präsident Carlos Fabra unmissverständlich klar, sei nicht verhandelbar.

Valencia: Das spanische Griechenland

Valencia wurde von der Krise mit am schwersten getroffen. In manchen Medienberichten wird die hoch verschuldete Region auch als “spanisches Griechenland” bezeichnet. Nach dem plötzlichen Ende des Baubooms musste sie von der Zentralregierung gerettet werden. Madrid hat den 17 Regionen des Landes im Bemühen, die öffentlichen Finanzen zu stabilisieren, strikte Sparauflagen verordnet. Denn Madrid wiederum hat seinen Geldgebern versprochen, das öffentliche Defizit in diesem Jahr um 6,5 Prozent zu senken.

Mit dpa, AFP, EFE