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Atomverhandlungen in Genf: Die lange Nacht der Einigung?

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Atomverhandlungen in Genf: Die lange Nacht der Einigung?

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Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm schreiten voran, doch eine Einigung steht trotz vielversprechender Anzeichen noch aus.

US-Außenminister John Kerry traf am Nachmittag in Genf ein, auch seine Amtskollegen aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind angereist. Seit Donnerstag findet in der Schweiz die zweite Runde der Gespräche zwischen den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland und dem Iran statt.

“Ich möchte betonen, dass noch einige sehr wichtige Themen auf dem Tisch liegen, die geklärt werden müssen”, sagte Kerry. “Diese müssen gründlich besprochen werden. Ich sage ausdrücklich, dass es noch keine Einigung gibt, aber es wird hart gearbeitet”, so der US-Außenminister. Selbst wenn es zu einem Kompromiss kommen sollte, so werde dieser lediglich eine Übergangslösung sein, schätzen Beobachter. Der Iran könnte mit einer vorübergehenden Lockerung der Sanktionen rechnen und müsste im Gegenzug seine Atompläne erst einmal aussetzen. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte in Genf: “Wir müssen die Ergebnisse schriftlich fixieren, um einen gemeinsamen Entwurf zu haben – nicht zwei unterschiedliche Entwürfe, über die es wieder Diskussionen gibt, sondern einen gemeinsamen, dem beide Seiten zustimmen.”

Aus Israel kamen angesichts eines möglichen Kompromisses hingegen kritische Töne. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte einer israelischen Zeitung, er lehne eine Vereinbarung zwischen Iran und dem Westen vollkommen ab.

“Hier liegt das Gefühl in der Luft, dass die Verhandlungen nun in ihre entscheidende Phase mit zahlreichen bilateralen Gesprächen zwischen den Außenministern eintreten. Es sieht so aus, als könnte es eine lange Nacht werden”, so euronews-Reporterin Fariba Mavaddat in Genf.