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Bonität runtergestuft: Frankreich nicht amüsiert

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Bonität runtergestuft: Frankreich nicht amüsiert

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Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat die Note für Frankreichs Kreditwürdigkeit weiter herabgesetzt. Die US-Wirtschaftsprüfer geben der zweitgrößten Volkswirtschaft im Euroraum nur noch “AA” statt “AA+”. Begründung: Das langsame Reformtempo. Die Regierung von François Hollande fühlt sich ungerecht behandelt.

Finanzminister Pierre Moscovici erklärte “Da wird Frankreichs Fähigkeit zum Wandel unterschätzt seine Fähigkeit zum Neuanfang. Ich nenne mal Indikatoren, die wichtigster sind, zum Beispiel was die Europäische Kommission sagt: Wir haben 2013 die Rezession hinter uns gelassen, mit 0,2 Prozent Wachstum und 0,9% im Jahr 2014. Vor allem im Jahr 2015 kommen 1,7% auf Frankreich zu. Es ist auf dem Weg zu einer soliden und glaubwürdigen Erholung.”

Standard & Poor’s Top-Bonität “AAA” wie in Deutschland hatte Frankreich bereits im Januar 2012 verloren. Mit ihr können sich in der Eurozone noch Finnland, die Niederlande und Luxemburg schmücken. Besser als Frankreich ist noch Österreich dran mit AA+, Belgien ist gleichauf.

Erst darunter würden die Probleme richtig losgehen, meint Wirtschaftsprofessor Thesmar David von der École des hautes études commerciales in Paris.

In ihrem Kommentar zur neuerlichen Herabstufung bemängelt Standard & Poor’s, dass die Regierung Hollande
vermutlich nicht genügend tue, um die mauen Wachstumsaussichten der Wirtschaft durchgreifend zu verbessern. Bis 2016 drohten mehr als zehn Prozent Arbeitslose, was weitere Reformen politisch erschwere.

Am Anleihemarkt gerieten Französische Staatstitel nach der
Entscheidung von S&P vorübergehend unter Druck.

su mit Reuters, dpa