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Griechenland: Straßenfernsehen statt Staatsfernsehen

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Griechenland: Straßenfernsehen statt Staatsfernsehen

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Sie haben keinen Arbeitsvertrag, sie bekommen kein Gehalt und nun haben sie auch kein Rundfunkgebäude mehr. Doch sie machen weiter: die ehemaligen Angestellten des aufgelösten griechischen Staatsrundfunks ERT. Die unter Sparzwang stehende Regierung von Antonis Samaras hatte die defizitäre Sendeanstalt am 11. Juni ohne Vorwarnung geschlossen. Am Donnerstag Morgen schließlich räumten Spezialeinheiten der Polizei das Rundfunkgebäude. Die ehemaligen Beschäftigten hatten es seit fünf Monaten besetzt gehalten und den Sendebetrieb aufrecht erhalten. Nun stehen sie vor den Gebäude und protestieren dort gegen die Schließung. Machi Nikolara, Sprecherin der Journalisten erklärt: “Wir sind hier. Die ERT-Mitarbeiter machen weiter. Wir bringen die Nachrichten und werden unsere Zuschauer weiterhin informieren! Wir werden Mittel und Wege finden, Radio- und TV-Programm mit derselben Ernsthaftigkeit und Professionalität zu machen, wie bisher.” Und Dimitris Gounis, Sendetechniker und Sprecher des Betriebsrates fügt hinzu: “Wir dürfen das Vertrauen der Menschen nicht enttäuschen. Sie haben uns seit dem 11. Juni die nötige Kraft und Unterstützung gegeben. Wir halten die Stellung, weil die Menschen unsere Mühe belohnt haben. Wir werden weiter kämpfen.”
Nun versuchen die ERT-Leute also von der Straße aus Programm zu machen. Euronews-Reporter Apostolos Staikos fasst die Stimmung vor Ort zusammen: “‘Wir hören nicht auf. ERT ist auf Sendung!’ Das ist die Botschaft der ehemaligen ERT-Mitarbeiter, die diese Straße zu ihrem Fernsehstudio umfunktioniert haben. Ihre Lage ist schwierig, aber sie wollen weiter kämpfen.”