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Bei wem löst Europa Euphorie aus?

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Bei wem löst Europa Euphorie aus?

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Einge sind überzeugt von der Idee, bei anderen löst Europa keine Begeisterungsstürme aus. Immer öfter wird von einer wachsenden Kluft zwischen Brüssel und den EU-Bürgern gesprochen. Die Politiker stehen hier vor einer großen Herausforderung. Aber es gibt auch EU-Staaten, wo das Interesse für die Europäische Union in Rekordhöhe steigt.

Neidische Blicke richten sich auf die kleine Insel Malta. Denn anderswo versuchen EU-Staaten vergeblich, ihre Bürger für die EU zu begeistern.

Noch vor zehn Jahren stimmte bei einem Referendum über eine EU-Mitgliedschaft nur rund die Hälfte der Malteser dafür. Wenn es heute darum geht, wie europäisch sich die Einwohner eines Landes fühlen, ist Malta einer der Spitzenreiter.

Bei den Wahlen zum EU-Parlament 2009 hatte Malta die höchste Wahlbeteiligung.

Wirtschaftsexperten zu Folge sind seit dem EU-Beitritt die ökonomischen Errungenschaften für Malta nicht von der Hand zu weisen – was sich auch in der Begeisterung für Europa widerspiegele.

Professor Roderick Pace vom Institut für Europäische Studien in Malta glaubt, “es gibt eine Verbindung zwischen dem wirtschaftlichen Erfolg eines Landes und seiner Begeisterung für Europa. Der Wirtschaft auf Malta geht es nicht schlecht. Das erklärt – zumindest teilweise, warum Europa dort soviele Anhänger hat.”

Trotz Problemen bei der illegalen Einwanderung: Malta sieht sich mit wachsenden Flüchtlingsströmen konfrontiert.

Andere wiederum meinen, die europäische Idee boomt dort, weil Malta eine sehr politische Bevölkerung hat. Schlüsselthemen werden in allen Schichten der Gesellschaft diskutiert.

Umfragen zeigen jedoch, dass selbst die Menschen auf Malta nicht genau über ihre Rechte Bescheid wissen.

In der Hauptstadt Valletta traf Euronews-Reporter Seamus Kearney Geschäftsleute, die an einem Treffen der Europäischen Kommission teilnahmen. Wichtig sei, die betroffenen Zielgruppen anzupeilen, meint Martin Bugelli, der Chef der Vertretung der Europäischen Kommission auf Malta. “Man kann nicht mit jedem über alles sprechen, da bleibt unter’m Strich nichts hängen. Deswegen wenden wir uns an kleine Interessensgruppen. Geht es um Wirtschaft, sprechen wir über den Zugang zu Finanzen. Geht es um Tourismus, sprechen wir über die Vorteile der Krankenversicherung. Wir sprechen mit jungen Leuten über geregelte Roaming-Gebühren. Man muss sich mit der Zielgruppe identifizieren und ihre Interessen und Sorgen ansprechen.”

Fragt man EU-Bürger, wie europäisch sie sich fühlen, dann ist Malta einer Eurobarometer-Umfrage zu Folge mit 81 Prozent auf dem zweiten Platz. Luxemburg führt die Tabelle an – Schlusslichter sind Bulgarien, Zypern, Griechenland und Großbritannien – dort bezeichnet sich noch nicht mal jeder Zweite als Europäer.

Eine weitere Herausforderung für Brüssel: Noch nicht mal jeder Dritte EU-Bürger glaubt, dass seine Stimme in Europa zählt.