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Wann wird es uns zu warm auf der Erde?

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Wann wird es uns zu warm auf der Erde?

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Es ist schon die 19.UN-Klimakonferenz, die da im Warschauer Fußballstadion tagt. Experten aus 194 Ländern sind vertreten. Der Tagungsort veranlasste die Generalsekretärin des Sekretariats der UN-Klimakonvention, Christina Figueires, zu dem sportlichen Vergleich, hier gehe es nicht um den Wettbewerb zweier Mannschaften, hier würden entweder alle gewinnen oder alle verlieren. Sie alle sind zwecks Vorbereitung eines Klimavertrages gekommen, der 2015 in Paris unterzeichnet werden soll. Pascal Girot von der Umweltschutzorganisation “Care International” hofft, dass es gelingen möge, alle Verantwortlichen an einen Tisch zu bringen, um bis 2015 eine weltweite Klimavereinbarung zu erreichen. Seit Beginn der Industrialisieung um 1900 ist die Oberflächentemperatur der Erde um 0,9 Grad Celsius gestiegen. Wenn nichts geschieht könnte es bis Ende 2100 bis zu 5 Grad wärmer werden.
Das Ziel lautet: Nicht mehr als 2 Grad Erwärmung!
Zu erreichen ist das aber nur, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen von 50 Gigatonnen pro Jahr gegenwärtig bis 2020 auf 44 gesenkt werden kann, und noch einmal um die Hälfte bis 2050. Unter den von Menschen gemachten Ursachen liegt die Ergergieerzeugung durch fossile Rohstoffe wie Kohle ganz vorn. Die Folgen sind schon jetzt in
chinesischen Städten zu erkennen, die im giftigen Industrienebel verschwinden. Das ist der Preis für den schnellen wirtschaftlichen Aufstieg der Schwellenländer. Keine Frage, dass die sich auch am Klimaschutz beteiligen müssen, auch wenn 1997 im Protokoll von Kyoto Klimaschutz noch allein in die Verantwortung der damaligen Industrieländer gelegt wurde. Inzwischen zeigt sich, welchen Preis die Aufsteiger zahlen und allen Mitbürgern auf der Erde abverlangen. China hat heute mit 23% den höchsten Anteil am Anstoß von Treibhausgasen. Gefolgt von den USA, der EU und Russland. Die USA sind dem Kyoto-Protokoll bis heute nicht beigetreten und ihre Ziele für weniger Schadstoffausstoß sind fünfmal kleiner als jene der Europäer. Zu befürchten ist, dass angesichts der Wirtsschaftskrise das Wirtschaftswachstum wichtiger genommen wird als die Warnungen der Klimaforscher. Bleibt die große Frage: Wer soll die Umsetzung der gute Vorsätze bezahlen? Auf bindende Finanzzusagen von 100 Milliarden Dollar hoffen die Hilfsorganissationen – Politiker sind da viel zurückhaltender.