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Nazi-Raubkunst: Erste Bilder im Internet

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Nazi-Raubkunst: Erste Bilder im Internet

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Die deutsche Regierung hat 25 Bilder aus dem Kunstschatz von München im Internet veröffentlicht. Die Webseite Lostart brach allerdings wegen der viele Anfragen zusammen. Allein 13 der Kunstwerke stammen nach einem Bericht der Zeitung “Die Welt” aus der Sammlung des jüdischen Rechtsanwalts Fritz Salo Glaser aus Dresden.

Dieter Graumann, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, betonte: “Es geht darum Offenheit herzustellen, das war bis jetzt nicht der Fall. Umso wichtiger, dass das jetzt geschieht durch das Internet, durch Experten. Das hätte man schon längst tun sollen.”

Das Vorgehen der deutschen Behörden wurde heftig kritisiert, jüdischen Organisationen zufolge ist viel Zeit vergeudet worden. Zollfahnder waren schon vor rund anderthalb Jahre in der Wohnung des Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt in München-Schwabing auf die Werke gestoßen. Publik wurde der Fund erst vor kurzem.

Der bayerische Justizminister Winfried Bausback erklärte: “Es geht vor dem Hintergrund der historischen Verantwortung Deutschlands und auch im Interesse der betroffenen Eigentümer ja darum, dass neben dem strafrechtlichen Verfahren schnell und sauber eine Prüfung der Herkunft der Bilder erfolgt.”

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Augsburg handelt es sich bei 380 Werken, um von den Nazis als “entartet” gebrandmarkte und aus Museen beschlagnahmte Kunst. Etwa 590 Werke könnten nach bisheriger Einschätzung möglicherweise NS-Raubkunst sein.

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