Eilmeldung

Eilmeldung

Finanzminister wehrt sich gegen Herabstufung Frankreichs

Sie lesen gerade:

Finanzminister wehrt sich gegen Herabstufung Frankreichs

Schriftgrösse Aa Aa

Nach jüngsten Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) lag die Arbeitslosenquote in Frankreich Ende September bei 11,1 Prozent. Im zweiten Quartal hatte das französische Statistikamt den Wert noch mit 10,9 Prozent angegeben. euronews-Reporter Gianni Magi hat Finanzminister Pierre Moscovici zum Interview getroffen. “Ist es noch realistisch, bis zum Ende des Jahres ein Umkehren der Arbeitslosenkurve zu erwarten?”, fragte Magi.

“Ja, das muss man immer erwarten”, so Moscovici. “Zunächst einmal bedeuten Entlassungen nicht zwangsläufig, dass die Arbeitsplätze verloren sind. Zum Glück gibt es eine Menge Arbeitsplätze, die gerettet werden können. Die Unternehmen können Alternativlösungen finden, sie können Investoren suchen, anstatt die Firma zu schließen. Und noch einmal: Wenn Stellen gestrichen werden, sind diese Jobs nicht völlig verloren. Die Regierung kämpft gegen diese Entlassungen”, versicherte der Finanzminister.

Vergangenen Freitag hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s Frankreichs Kreditwürdigkeit herabgesetzt. In der Begründung hieß es, der finanzielle Handlungsspielraum des Landes sei eingeschränkt, notwendige Reformen seien nicht umgesetzt worden.

“Ich bin der Meinung, dass Standard & Poor’s unsere Reformen nicht ausreichend berücksichtigt hat. Die Kritik war überzogen und nicht zutreffend”, so Moscovici. “Wir müssen uns jetzt auf finanzpolitische Aspekte konzentrieren, primär darauf, die öffentlichen Ausgaben zu reduzieren”, fuhr er fort.

Nach Ansicht der französischen Zentralbank werden die Wirtschaftszahlen im vierten Quartal steigen. In den letzten drei Monaten des Jahres sei von einem Wachstum von 0,4 Prozent auszugehen.