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Bewaffnete libysche Milizen erschießen in Tripolis Dutzende Demonstranten

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Bewaffnete libysche Milizen erschießen in Tripolis Dutzende Demonstranten

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In Libyens Hauptstadt Tripolis haben bewaffnete Milizen auf Demonstranten geschossen. Dabei wurden Dutzende Menschen getötet. Regierungschef Ali Seidan sprach von mindestens 27 Todesopfern und mehr als 230 Verletzten, andere Quellen nennen noch höhere Zahlen. Augenzeugen berichteten, die Milizionäre aus der Stadt Misrata hätten bei der Ankunft der
Demonstranten an deren Hauptquartier zunächst in die Luft, dann auf die Demonstranten geschossen, die zum Teil weiße Fahnen bei sich trugen.

“Seht euch das Blut an”, empört sich einer von ihnen, “das ist das Blut der Libyer. Der Allgemeine Nationalkongress und die Regierung, das sind Verräter. Wo ist die Armee, wo die Polizei?”

Nach dem Freitagsgebet waren zunächst
hunderte Bürger zum Hauptquartier
der bewaffneten Brigaden marschiert, um sie mit friedlichen Mitteln zu vertreiben. Erst vor einer Woche hatten sich rivalisierende Milizionäre in Tripolis heftige Gefechte geliefert. Dabei war ein Mann getötet worden. Viele “Revolutionsbrigaden”, die im Kampf gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi stark wurden, wollen sich bis heute weder entwaffnen noch in den staatlichen Sicherheitsapparat eingliedern lassen.