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Amnesty International prangert FIFA und WM 2022-Ausrichter Katar an

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Amnesty International prangert FIFA und WM 2022-Ausrichter Katar an

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Strapaziöser Arbeitsalltag in einem der reichsten Länder der Welt. Ganze Heerscharen asiatischer Gastarbeiter schuften unter der Sonne Katars und unter fragwürdigen Bedingungen im Vorfeld der Fußball-WM 2022.

Nach längerem Abwarten hat nun auch Amnesty International die offenkundigen Missstände im Golfstaat angeprangert. Für die Schaffung menschenwürdiger Verhältnisse stünde auch die FIFA als WM-Ausrichter in der Pflicht.

“Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit den Tätigkeiten von Gastarbeitern in Katar sind definitiv ein Problem.
Und dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle,” erklärt Amnesty International-Generalsekretär Salil Shetty. Und der Amnesty InternationaI-Beauftragte für Migranten in Golfstaaten, James Lynch, ergänzt:

“Es reicht nicht für den Fußball-Weltverband FIFA seine Verantwortung kleinzureden.
Die WM ist eine Veranstaltung der FIFA und sie trägt auch ihren Namen. Insofern muss die FIFA zwingend Verantwortung übernehmen bei der Planung und Durchführung der Weltmeisterschaft.”

Knebelverträge ohne garantiertes Rückreiserecht, katastrophale Arbeits – und Unterkunftsverhältnisse. Von moderner Sklaverei oder ausbeuterischer Zwangsarbeit mit ungeklärten Todesfällen ist schon länger die Rede. Bislang folgenlos, so dieser philippinische Gastarbeiter:

“Wir werden miserabel bezahlt und wissen nicht, wie wir nach Hause kommen sollen. Unsere Verträge sind ausgelaufen. Einhundert Prozent, mindestens aber 95 Prozent meiner Kollegen sind vertragslos und möchten nach Hause, aber sie können nicht.”

Nicht eben selten werden offenbar Reisepässe der Gastarbeiter von Arbeitgebern in Katar einbehalten – selbst nach Ablauf von Verträgen. Kleiner Lichtblick: in einer ersten Reaktion auf den Amnesty-Bericht versprach das WM-Organisationskommitee eine Verbesserung der Lebensbedingungen in Katar für Gastarbeiter.