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Big Data auf dem Spielfeld

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Big Data auf dem Spielfeld

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Auf den ersten Blick sieht es aus wie das ganz normale Training einer Nachwuchsmannschaft. Doch die jungen Fußballer vom TSG 1899 Hoffenheim sind digital vernetzt. Big Data wacht über jede ihrer Bewegungen. Die Trainingsanalyse in Echtzeit beruht auf der Datenbank-Lösung Hana vom deutschen Software Konzern SAP. Vorstandsmitglied Bernd Leukert erläutert: “Im Prinzip ein Sensor ist irgendwo am Körper des Spielers, entweder im Schuh, im Schienenbeinschoner, im T-Shirt angebracht. Dann wird eine Echtzeit-Übertragung an einen Sendemast, der sich im Stadion im Umfeld befindet, gemacht und von diesen Masten wird dann das Signal verstärkt in eine Hana-Datenbank, so dass im Prinzip die Strahlungsstärke beim Spieler sehr minimal ist.”

Die Ergebnisse können auf jedem beliebigen mobilen Endgerät abgefragt werden, zum Beispiel Google-Brille oder Tablet. Verschiedene Parameter wie  Sprintgeschwindigkeiten oder Ballkontaktzeitenstehen zum Abruf bereit. Ein echtes Plus in der Praxis, meint Hoffenheims U19-Trainer Julian Nagelsmann.

“Es ist teilweise eine Verstärkung von dem, was ich subjektiv wahrnehme, teilweise ist es aber auch mehr, was ich nicht wahrnehme, was ich nicht messen kann. Zum Beispiel wenn ich die Zeit messen will von Balleroberung bis zum Torabschluss, das ist als Trainer natürlich subjektiv, ich kann sagen, es war relativ schnell oder es war vielleicht zu langsam. Aber wenn ich einfach einen Querschnitt habe über die ganzen Daten von der Balleroberung bis zum Torabschluss über das ganze Training kann ich daraus schon Schlussfolgerungen ziehen für vielleicht die nächste Trainingswoche und speziell an diesem Trainings-Tool dann arbeiten.”

Was derzeit noch in der Jugendmannschaft eines Bundesligisten getestet wird, könnte schon bald weite Verbreitung im Fußball finden. Der gläserne Athlet ist eine Zukunftsperspektive für andere Leistungssportarten. Das bedeutet Training nach Maß.