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China erfindet die kommunistische Marktwirtschaft

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China erfindet die kommunistische Marktwirtschaft

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Die Börsianer in Fernost freuen sich, Kleinfamilien, hunderttausende Kritiker der Kommunistischen Partei und Straftäter in Umerziehungslagern auch – die Reformpläne der Kommunistischen Partei Chinas wecken große Hoffnungen.

Für die Wirtschaft angekündigt: Eine “entscheidende” Rolle des Marktes bei der Verteilung der Ressourcen, leichterer Zugang für privates und ausländisches Kapital, gleiche Rechte für den Privatsektor und ein weniger streng reguliertes Währungssystem.

Geoff Lewis, JPMorgan Asset Management:

“Ich meine, der private Sektor hat bereits beachtlich Punkte gemacht in den letzten 10 Jahren, auch ohne Reformen. Wenn das jetzt die offizielle Linie wird, steuert Chinas Wirtschaft ein ganz neues Effizienz -Niveau an. Dringend nötig sind auch sogenannte weiche Reformen: Vertragsrecht, Eigentumsrecht.”

Was China-Experten noch vermissen:

Echtes Wohneigentum – wer heute ein Haus kauft, tut das für 70 Jahre, der Grund und Boden gehört ihm aber nicht.

Ein freieres Internet – danach sieht es aber nicht aus.

Und – vor allem einen verbindlichen Zeitplan.

Mächtige Interessengruppen und lokale Bürokratien hätten schon die ersten Öffnungs- und Reformbeschlüsse vor gut 30 Jahren häufig torpediert.

Die KP will mit den Reformen vor allem das Wirtschaftswachstum stabilisieren. Es war seit Anfang des Jahres auf 7,7 Prozent zurückgefallen – für Chinesen so mickrig wie seit 1999 nicht.

su mit dpa, Reuters