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Gibraltar: Großbritannien bestellt spanischen Botschafter ein

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Gibraltar: Großbritannien bestellt spanischen Botschafter ein

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Weil ein spanisches Forschungsschiff in die Hoheitsgewässer Gibraltars eingedrungen ist, hat Großbritannien erneut den spanischen Botschafter einbestellt. Es ist das dritte Mal seit 2011, dass der Botschafter im Außenministerium wegen des Gibraltar-Konfliktes vorsprechen musste. Der britische Außenstaatssekretär David Lidington nannte den Vorfall ein „provokatives Eindringen“.

Das Schiff wurde von Patrouillenbooten der Guardia Civil geschützt. Spanien gab seine “Überraschung” über das britische Vorgehen kund und betonte, das Schiff habe in spanischen Gewässern Routinearbeiten im Interesse und zum Nutzen der Europäischen Union durchgeführt.

Wegen der Eskalation des Gibraltarkonfliktes hatte Spanien im Laufe des Jahres die Grenzkontrollen zu Gibraltar verschärft und verlauten lassen, es erwäge die Einführung einer Grenzübertrittsgebühr in Höhe von 50 Euro.Einen britischen Protest gegen die als Schikane empfundene Verschärfung der Grenzkontrollen wies die EU allerdings zurück.

Eskaliert war der Konflikt, nachdem sich spanische Fischer durch den Bau eines künstlichen Riffs behindert fühlten. Außerdem sieht Spanien in einem Küstenschutz- und Landgewinnungsprojekt eien Gefährdung eines spanischen Naturschutzgebietes.

Nach Ansicht britischer Beobachter versucht die spanische Regierung mit dem Konflikt von den wirtschaftlichen Problemen abzulenken. Während des Wirtschaftsbooms in Spanien zwischen 1995 und 2008 habe es kaum Ärger um die britische Kolonie gegeben.

Spanien hat im Frieden von Utrecht 1713 Gibraltar an Großbritannien abgetreten.