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OECD fordert US-Geldpolitik auch in Europa

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OECD fordert US-Geldpolitik auch in Europa

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Die Europäische Zentralbank sollte offensiver gegen Deflationsrisiken in Europa vorgehen, etwa durch den Kauf von Staats-und Unternehmensanleihen, mahnt die OECD.
Damit fordert die Industriestaaten-Gruppe direkt auf zur quantitativen Lockerung (QE) wie in den USA. Bei deflationär sinkenden Preisen wartet der typische Konsument mit seinen Käufen, bis es noch billiger wird – ein Teufelskreis, der in Japan vor gut 20 Jahren in Gang kam.

José Ángel Gurría, OECD-Generalsekretär:

“Weltweit rechnen wir 2013 mit 2,7 Prozent Wachstum – das ist so niedrig wie nach der großen Krise von 2009. Wachstumsraten um die vier Prozent kommen auch wieder, aber darauf haben wir uns zu früh gefreut – vielleicht 2015. Aber 2013 wird tatsächlich ein wachstumsschwaches Jahr.”

2014 soll die Weltwirtschaft 3.6 Prozent wachsen, die Eurozone um 1, Japan um 1,5 und die USA um 2,9 Prozent. Deutschland kann sich danach im kommenden Jahr auf 1,7 und dann auf (2015) 2,2 Prozent Plus einstellen. Dieses Jahr seien – auch wegen der zuletzt schwächelnden Exporte nur 0,4 Prozent Zuwachs dringewesen.

Die weiteren Aussichten: eher heiter. Weniger Arbeitslose (Arbeitslosenquote 2015, berechnet nach internationalem Standard, 5,2 Prozent – nach sechs Prozent 2011). Höhere Löhne, wegen des Fachkräftemangels (verfügbare Einkommen + 3,1 (2014) und + 3,5 Prozent (2015).

Überschüsse beim Staat im 3. und 4. Jahr. (0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung (2014), 0,6 Prozent (2015). Und der Schuldenberg nimmt langsam ab (von 78,8 Prozent (2013) auf 73,6 (2015)).

Drei Themen hätten in den vergangenen Monaten die Wirtschaft aus der Ruhe gebracht, so OECD-Chefvolkswirt Pier Carlo Padoan: Die Diskussion über die möglicherweise weniger expansive Politik der US-Notenbank, Sorgen über einige Schwellenländer und die Beinahe-Pleite der USA wegen des Haushaltsstreits.

Eine Aufschwungsprognose mit erhobenem Zeigefinger: “Erneute Spannungen an den Finanzmärkten im Euroraum könnten zu einem Rückgang der Ausfuhren und der Investitionen führen und die Arbeitslosigkeit in die Höhe treiben”, hieß es.

su mit dpa, Reuters