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Philippinen am Tag 12 nach dem Taifun

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Philippinen am Tag 12 nach dem Taifun

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“Helft uns!” “Wir brauchen was zu essen”. Drastische Notrufe der Taifunopfer auf den Philippinen, an Mauern geschrieben, die noch stehen. Oder als Transparent für die ausländischen Fernsehteams, die jetzt vorbei kommen.
Fast zwei Wochen sind vergangen, seit der Sturm die Inselwelt verwüstet hat. Die Nothilfe der Vereinten Nationen hat bisher fast 2 Millionen Menschen erreicht.
Das heißt, mindestens eine halbe Million Menschen warten immer noch vergebens. Das hier ist Tacloban, wo nur das “Convention center” stehen blieb. Oder besser gesagt, das, was von der Stadt noch übrig ist.
Überall hängt Leichengeruch in der Luft. 12 Tage in subtropischem Klima. Da wächst auch die Seuchengefahr. Die Leute haben keine Dach mehr über dem Kopf, und helfen sich mit dem, was sie in den Trümmern finden. Ein junger Mann, der eine Plane spannt, nennt es ihr “Übergangsheim”, was die Männer hier mit einfachsten Mittel zusammenschustern. Er sagt, aus der einzigen Unterkunft im “Convention center” mussten die Leute nach 12 Tagen erst einmal heraus, damit dort einmal sauber gemacht werden kann. Sonst drohen Krankheiten. Sein Haus hat der Taifun hinweggefegt.
Bretter, Blechstücke, Äste werden zu Baumaterial, was man eben so in der Hinterlassenschaft eines Tropensturmes findet. Allein in Tacloban sind mehr als 60.000 Menschen auf einfachste Notunterkünfte angewiesen. Und auf irgend eine Art von Versorgung.
Aus Deutschland hat das Technische Hilfswerk Wasseraufbereitungsanlagen eingeflogen. Wie nötig die sind, sieht man an den katastrophalen hygienischen Verhältnissen am Straßenrand. Erfahrene Katastrophenhelfer gehen von einem langen Prozess beim Wiederaufbau aus. Von Jahren. Auch am Tag 12 nach dem Taifun denken die meisten Menschen nur ans nackte Überleben. Sie stehen Schlange nach Lebensmitteln und Wasser. Die, die an den Notunterkünften arbeiten, versuchen etwas zu tun, um ihre Lage zu verbessern – und auch, um der Hoffnungslosigkeit zu entfliehen, die viele in dieser Umgebung befällt. “Wir haben doch keine Wahl”, sagt einer der Männer. “Wir haben hier von unseren Gemüsefeldern gelebt und von den Kokusnüssen. Die müssten jetzt eigentlich geerntet werden…”
Die Frau nebenan ist mit ihren Kräften am Ende. “Es ist einfach zu schlimm, sagt sie, ohne Obdach, ohne Kleidung, ohne Essen”
In einem der zerstörten Orte sagte der Bürgermeister den Helfern, jetzt würden eigentlich auch Stadtplaner gebraucht. Fachleute, die beurteilen können, ob man am gleichen Ort wieder aufbaut oder ein sichereres Terrain findet.

Wenn Sie für die Philippinen spenden wollen – hier einige LINKS zu Hilfsorganisationen:

I.S.A.R. Germany
Deutsches Rotes Kreuz
Unicef
Aktion Deutschland hilft
SRF Glückskette Taifun
<a href=“http://www.caritas.ch/de/aktuelles/news/verheerender-taifun-auf-den-philippinen
Zehn Tage nach Taifun Haiyan wächst die Verzweiflung auf den Philippinen.