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Griechen zeigen der Troika neue Muskeln

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Griechen zeigen der Troika neue Muskeln

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Die Regierung in Athen hat dem Parlament einen Haushaltsentwurf für 2014 vorgelegt – auch ohne das grüne Licht der Troika. Die Kontrolleure von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) haben ihre Visite in Griechenland abgebrochen – ohne Ergebnis.

Beim Haushalt heißt die Streitfrage: Wie groß ist das Loch. Der Schuldner sagt 500 Millionen Euro, die Gläubiger kommen auf das Dreifache.

Der stellvertretende Finanzminister Christos Staikouras:

“Die Bürger haben enorme Opfer gebracht und bringen sie weiter – für die Haushaltssanierung und bei ihrem Lebensstandard. Seit diesem Jahr tragen diese Opfer Früchte, wir sehen erste Anzeichen für ein Abflauen der Krise.”

Möglich, dass die Troika deshalb ausstehende Privatisierungen und Verwaltungsabbau vermisst – das sind die Streitthemen zur nächsten Tranche des Hilfspakets Nummer zwei. Eine Milliarde Euro wäre bereits im Oktober fällig gewesen, die Überweisung hängt in der Luft.

Bisher hat Griechenland Hilfskredite in Höhe von 240 Milliarden Euro zugesprochen bekommen. Die Zahlen für 2013 sind nicht schlecht:

- ein kleiner Überschuss im Haushalt – ohne Schuldendienste (812 Millionen Euro) – minus 4 Prozent Bruttoinlandsprodukt (2014: plus 0,6 %)

Unterstützung dürfte das Land aber auch nach Auslaufen des aktuellen Rettungspakets Ende 2014 brauchen.

Symela Touchtidou, euronews:

“Die griechische Regierung hat das Budget 2014 eingebracht und hofft, es bleibt dabei. Das hängt aber davon ab, was bei den Verhandlungen mit der Troika herauskommt. Nächster Termin: Anfang Dezember.”

su mit Reuters, dpa