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"Sie haben die Ukrainer belogen"

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"Sie haben die Ukrainer belogen"

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Die Opposition im ukrainischen Parlament ist sauer. “Schande” riefen viele Abgeordnete in Kiew, weil die ukrainische Regierung das Handelsabkommen mit der EU auf Eis gelegt hat. Und das so kurz vor der Unterzeichnung. Oppositionsführer Vitali Klitschko gab sich kämpferisch:

“Die Erklärungen von Ministerpräsident Azarow widersprechen völlig den vorherigen Erklärungen auch von Präsident Viktor Janukowitsch zur Integration in die Europäische Union. Sie haben uns um den kleinen Finger gewickelt. Um die Wahrheit zu sagen: Sie haben die Führungskräfte des Landes, die internationale Gemeinschaft und die Ukrainer belogen.”

Vize-Regierungschef Juri Boiko wehrte sich gegen die Kritik und machte die EU für die Situation mitverantwortlich:

“Wir haben kein beruhigendes Signal von unseren europäischen Partnern bekommen. Unser Handel mit Russland ist in den letzten vier Monaten geschrumpft und wir haben keine Sicherheit, dass diese Verluste durch den Verkauf unserer Waren in der EU ausbalanciert werden.”

Der zuständige EU-Kommissar Stefan Füle wollte ursprünglich am Donnerstag von Brüssel nach Kiew reisen, um mit der Regierung zu sprechen. Er sagte die Reise kurzerhand wieder ab.

“Die westlichen Diplomaten hier in Kiew sind sehr enttäuscht. Sie haben nicht mit diesem Sinneswandel gerechnet. Einige von ihnen hoffen immer noch, dass es nur eine Taktik der Ukraine ist, um noch mehr Zugeständnisse zu bekommen. Aber die meisten Diplomaten denken, dass dies ein großer Sieg Moskaus ist, das eine größere Distanz zwischen der Ukraine und der Europäischen Union erreicht hat.”