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Iran-Gespräche in Genf: "Gräben sind schmal aber tief"

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Iran-Gespräche in Genf: "Gräben sind schmal aber tief"

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Alle sind sie erneut nach Genf geeilt, um gemeinsam eine Einigung mit dem Iran zu erzielen. US-Außenminister John Kerry beriet sich bereits mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und sprach dann mit seinen Amtskollegen. Die Ankunft der Außenminister weckte große Hoffnungen. Doch die angereisten Spitzenpolitiker versuchten, zu hohe Erwartungen zu dämpfen. So sagte Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle heute bei seiner Ankunft: “Es gibt immer noch Differenzen, die überbrückt werden müssen. Deswegen sind wir hierher nach Genf gekommen, um unseren Beitrag zu leisten. Es ist eine realistische Chance dafür da, aber es ist noch eine Menge Arbeit zu tun.” Der britische Außenminister William Hague warnte davor, seine Anwesenheit und die seiner Amtskollegen als Zeichen einer Einigung zu werten: “Es bleiben sehr schwierige Verhandlungen. Wir sind nicht hier, weil alles schon unter Dach und Fach ist. Wir sind hier, weil die Dinge schwierig sind. Die Gräben sind schmal, aber tief.”

Die Vertreter der fünf UN-Vetomächte sowie Deutschlands verhandeln mit dem Iran den vierten Tag in Folge über eine Übergangslösung. Für eine Lockerung der Sanktionen gegen ihn soll der Iran Teile seines Atomprogramms einstellen, etwa die Urananreicherung auf 20 Prozent. Das lehnte der iranische Außenmister Dschawad Sarif aber gegenüber iranischen Journalisten heute erneut ab. Bei einem Treffen der Außenminister mit der iranischen Delegation vor zwei Wochen in Genf schien eine Lösung bereits in greifbarer Nähe. Zu einem Durchbruch kam es aber nicht.
Und so resümiert Euronews-Korrespondentin Fariba Mavaddat:
“Grundthema der Verhandlungen sind Komplikationen. Die Gespräche heute haben gezeigt, dass diese Komplikationen so erheblich sind, dass die Teilnehmer sich wohl erstmal auf eine Übergangslösung einigen werden. Die wird den Weg für zukünftige Verhandlungen ebnen, bei denen größere Hindernisse beseitigt werden.”