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Diplomatische Eiszeit zwischen Ägypten und Türkei

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Diplomatische Eiszeit zwischen Ägypten und Türkei

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Die Beziehungen zwischen Ägypten und der Türkei haben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Ägyptens Übergangsregierung hat den türkischen Botschafter ausgewiesen und will die ägyptische Vertretung in Ankara vorerst nicht mehr besetzen. Hintergrund sind Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der den vom Militär herbeigeführten Machtwechsel wiederholt als “Putsch” verurteilt hatte.

Gestern betonte Erdogan: “Wir haben nichts gegen das ägyptische Volk, sondern nur gegen jene, die hinter dem Staatsstreich stecken. Wir sind auf der Seite der Menschen, die für Demokratie kämpfen. Wir haben keinen Respekt für jene, die nicht die Souveränität des Volkes achten.” Erdogan entstammt wie der Anfang Juli entmachtete ägyptische Präsident Mohammed Mursi dem islamistischen Lager. Während Mursis Amtszeit hatten sich die Beziehungen zwischen Kairo und Ankara intensiviert.

Ein Sprecher des ägyptischen Außenministeriums bezeichnete Erdogans Äußerungen als provokant. Es sei ein neues Kapitel in einer ganzen Reihe von türkischen Stellungsnahmen, die immer wieder den Willen des ägyptischen Volkes in Frage stellten. Dies sei inakzeptabel. Die Türkei habe keinerlei Respekt für die Entscheidungen der Ägypter und mische sich in interne Angelegenheiten ein.

Erdogan hat wiederholt die gewaltsame Räumung von Protestlagern der Muslimbrüder in Kairo im August, bei der Hunderte von Menschen getötet wurden, als schlimme Massaker angeprangert.