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'Wir sind wieder wer' - Iraner in Kauflaune

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'Wir sind wieder wer' - Iraner in Kauflaune

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Goldpreis runter, Dollar rauf, Ölpreis runter – so reagierten die Finanzmärkte auf die mögliche Rückkehr des Iran in die Weltwirtschaft nach sieben Jahren Sanktionen. Der Durchbruch im jahrelangen Atomstreit am Wochenende sorgte auch bei Aktienanlegern für Freude, die angesichts sinkender Ölpreise auf ein Anziehen der Weltwirtschaft hoffen.

Mohammad Baqer Nowbakht – iranischer Regierungssprecher:

“Einige der Sanktionen werden gelockert, einige der finanziellen Ressourcen im Inland nutzbar. Das hat sicher einen positiven Einfluss auf die iranische Wirtschaft. Das bedeutet aber nicht, dass wir gleich alle Finanzmittel in die Landeswährung umtauschen. ,Wir müssen da aufpassen, wie das Geld den meisten Nutzen stiftet.”

Durch die Sanktionen hat der Iran nach Schätzungen in den vergangenen drei Jahren rund 90 Milliarden Euro verloren. Allein im Oktober schrumpften die Ölexporte um fast die Hälfte, die Wirtschaft von Frühjahr 2012 auf 2013 um 1,5 Prozent. Dafür wurde in den vergangenen 12 Monaten das Leben um knapp 42 Prozent teurer.

Im theokratischen Staat Iran sind weite Teile der Wirtschaft verstaatlicht. Dazu zählen z. B. bis auf wenige Ausnahmen die Banken. Weitere wirtschaftliche Bereiche sind privat oder genossenschaftlich organisiert. Die politischen Machtzentren versuchen, die Wirtschaft zu steuern, über Fünfjahrespläne.

Nahid Habibi, Teheran:

“Die Menschen bekommen jetzt Selbstvertrauen, Lust, Gold zu kaufen. Ich persönlich habe das Gefühl, da ist man besser gegen Verluste gefeit. Ich meine, die Atomverhandlungen zwischen Iran und den USA haben unserem Goldmarkt auf jeden Fall gut getan.”

Irans wichtigste Wirtschaftssparte sind die reichen Erdöl- und Erdgas-Vorkommen – sie stehen für 80 Prozent der Exporte und die Hälfte der Staatseinnahmen.

Weitere wichtige Wirtschaftssparten sind die Textilindustrie, die Landwirtschaft und die Zement- und Baustoff-Produktion.

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hatten in der Nacht zum Sonntag ein Übergangsabkommen mit dem Iran erzielt. Darin erklärt sich das Land am persischen Golf bereit, Teile seines umstrittenen Atomprogramms auszusetzen und intensivere Kontrollen der Vereinten Nationen zuzulassen. Im Gegenzug werden einige Sanktionen gelockert, die das Land wirtschaftlich in die Knie gezwungen haben.

su mit dpa, Reuters