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Auch Franziskus will keine Priesterinnen

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Auch Franziskus will keine Priesterinnen

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Papst Franziskus hat in seinem ersten apostolischen
Lehrschreiben zu “weitreichenden Reformen” und einer Öffnung und Dezentralisierung der katholischen Kirche aufgerufen. In dem rund 200 Seiten langen Text fordert der Pontifex die Kirche auf, “neue Wege” und “kreative Methoden” zu wählen. Das herrschende Wirtschaftssystem nennt er “in der Wurzel ungerecht”. Diese Form der Wirtschaft töte, denn in ihr herrsche das Gesetz des
Stärkeren. Wer das nicht leisten könne, der werde nicht mehr bloß ausgebeutet, sondern ausgeschlossen, weggeworfen. Es regierten Finanzspekulation, Korruption und Egoismen, die sich etwa in Steuerhinterziehung ausdrückten.

Radikal ist das Lehrschreiben allerdings bei weitem nicht, denn Franziskus bekräftigt zum Beispiel den Ausschluss von Frauen vom Priesteramt. Dieses sei allein Männern vorenthalten. Beim Thema Abtreibung weicht der Papst ebenfalls nicht von der vorherrschenden Meinung in der katholischen Kirche ab. Der Schutz des ungeborenen
Lebens sei keine Frage der Modernität, der sich die Kirche anpassen müsste, heißt es. Franziskus gesteht ein, dass die Kirche bislang wenig getan habe, um Frauen zum Beispiel nach einer Vergewaltigung angemessen zu begleiten.

Sakramente sollten nicht unnötig vorenthalten werden,
schreibt der Papst. Das gilt besonders für die Taufe, aber auch für die Eucharistie. Sie sei keine “Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen”. Von den wiederverheirateten Geschiedenen, die ja von den kirchlichen Sakramenten ausgeschlossen, ist in dem Schreiben keine Rede.

Der Papst bemüht sich um Kontinuität zu seinem Vorgänger
und zitiert Joseph Ratzinger mit den Worten: Die größte Gefahr sei der “graue Pragmatismus des kirchlichen Alltags, bei dem scheinbar alles mit rechten Dingen zugeht, in Wirklichkeit aber der Glaube verbraucht wird und ins Schäbige absinkt”.