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"Europa hängt von Asien ab"

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"Europa hängt von Asien ab"

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Seit gut 30 Jahren geht es für die Wirtschaft Malaysias nach oben. Inzwischen ist das Land die weltweit viertstärkste Wirtschaftsmacht unter den Schwellenländern. Politische Stabilität und ein wirtschaftsfreundliches Umfeld haben zahlreiche Firmen aus aller Herren Länder angezogen.

Nicht nur große, auch kleine und mittlere Unternehmen, sogenannte KMU, haben Zweigstellen und Fabriken in Malaysia eröffnet. Unter ihnen ist auch der französische Verpackungshersteller Serac. Seit gut zwanzig Jahren ist er hier, produziert am Rand der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur seine Waren. Diese werden von hier aus in die Pazifikregion Asiens verkauft. Weltweit hat Serac 500 Mitarbeiter, pro Jahr setzt das Unternehmen gut 120 Millionen Euro um.

Wilfrid Marie, Vize-Chef der Serac-Gruppe ist zufrieden mit Malaysia: “Das Preis-Leistungsverhältnis hier ist sehr gut zwischen den Strukturen, die wir von der Regierung bekommen, dem Wirtschaftsumfeld, dem Bildungsniveau und den Kosten, die damit verbunden sind. Wir werden uns in Malaysia also weiter engagieren, und zwar nicht nur bei der Produktion, sondern auch was regionale Bedürfnisse angeht. “

Serac investiert verstärkt in die Forschung und Entwicklung. Immerhin muss das Unternehmen mit starken Wettbewerbern im internationalen Konkurrenzkampf mithalten können.

euronews-Reporter Giovanni Magi: “Rund 8000 Unternehmen aus 40 verschiedenen Ländern haben Niederlassungen in Malaysia. Die Regierung fördert ausländische Investitionen über verschiedene Agenturen. Eine von ihnen ist Mida, die jetzt in Kuala Lumpur eine Konferenz veranstaltet hat, das Mida Forum."

Gut 400 Personen nahmen daran teil. Unter ihnen zahlreiche Geschäftsleute und Unternehmer aus dem Ausland, die sich direkt vor Ort ein Bild von den Möglichkeiten machen wollten, die Malaysia ihnen bietet.

Mida-Chef Noharuddin Nordin: “Insbesondere Technologieunternehmen wollen Mitarbeiter, die Geräte nicht nur zusammensetzen und testen, sondern auch helfen, diese zu entwickeln und zu verbessern. Und genau das bieten die Menschen hier in Malaysia.”

Stellt das Wachstum in Asien eine Chance oder eine Gefahr für die krisengeschüttelten europäischen Länder dar? Der ehemalige Obama-Berater Parag Khanna von der New American Foundation findet klare Worte: “Gäbe es hier in Asien kein Wachstum, wohin würden die europäischen Exporte noch gehen? Sicherlich nicht nur in die Eurozone, denn dort geht der grenzüberschreitende Handel zurück. Es ist ein Zeichen gegenseitiger und wachsender Abhängigkeit in der Welt, dass die Erholung der Eurozone vom Wachstum in Asien abhängt.”

Einige Experten auf dem Mida Forum sind sich sicher: Das 21. Jahrhundert wird zweifellos das Jahrhundert Asiens. Ein klarer Wegweiser für Wirtschaftsentscheider der Welt.