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"Kalter Krieg" in der Ukraine

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"Kalter Krieg" in der Ukraine

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Die regierungskritischen Proteste in der Ukraine dauern auch am fünften Tag weiter an.

In Kiew liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt, die Menschen strömten dennoch in Massen auf die Straßen, um gegen den Russlandkurs der Regierung um Ministerpräsident Viktor Janukowitsch zu protestieren.

Die ukrainische Regierung hatte in der vergangenen Woche ein Partnerschaftsabkommen mit der EU nach
Drohungen Russlands vorerst auf Eis gelegt.

“Die Ukraine ist Europa, wir betrachten uns als Europäer, unsere Kultur ist der europäischen sehr nahe”, sagte eine Frau aus Kiew. “‘Wir haben die Nase voll, wir wollen nicht mehr dem großen Bruder Russland gehorchen, wie in den vergangenen siebzig Jahren.”

“Wir protestieren, bis das Abkommen mit der EU unterschrieben wird”, sagte ein Demonstrant. “Sollte das nicht passieren, dann werden wir die Regierung austauschen. Wie wir das tun wollen? Wenn nötig setzen wir Gewalt ein. Nachdem die Polizei gestern Prügel ausgeteilt hat, sind die Menschen für den Kampf bereit.”

Schon am Montagabend lieferten sich Polizei und Demonstranten Straßenschlachten mit Tränengas und Schlagstöcken. Hunderte Demonstranten harrten trotz sibirischer Temperaturen bereits die fünfte Nacht aus.

Die inhaftierte ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko trat in einen Hungerstreik, um so die Unterschrift des Assoziierungsabkommens zu erzwingen. Die Menschen in der Ukraine hoffen, dass das Abkommen beim EU-Gipfel in Vilnius am kommenden Freitag vielleicht doch noch unterschrieben wird.

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