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"Serious Games" revolutionieren die Welt der Spiele

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"Serious Games" revolutionieren die Welt der Spiele

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“Serious Games” sind digitale Spiele, die nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch einen Lerneffekt haben. Im Vordergrund steht das Anliegen, Information und Bildung zu vermitteln. Entwicklern zufolge handelt es sich dabei um ein revolutionäres Werkzeug. Es ermöglicht, komplizierte und schwierige Themen auf einfache und amüsante Weise zu lernen. In Lyon haben mehr als 50 Aussteller ihre jüngsten Technologien vorgestellt.

Zu der 9. Ausgabe von “Serious Games” kamen mehr als 1.000 Besucher. Die Lernspiele expandieren auf dem Markt, sie werden billiger und ersetzen allmählich die traditionelle Weise des Lernens. Organisatorin Sophie Romano: “Wenn wir ein Gefühl entwickeln, fällt uns das Lernen leichter. Es ist einfacher, Wissen aufzunehmen. Spielen ist ein wichtiges Mittel, denn wenn wir Spielen, haben wir Spaß. Es ist angenehm, wir gewinnen, wir verlieren, wir fühlen etwas. Deshalb ist das eine effektive Methode.”

Artefacts Studio präsentierte verschiedene Lernspiele für Kinder. Sie lernen auf einfache, direkte Weise Leitlinien für ihre Gesundheit. Ihnen wird erklärt, wie wichtig es ist, sich die Hände zu waschen und wie man das korrekt macht, um Infektionen zu vermeiden. Kinder lernen so spielerisch.

Interaction Games stellte ein Spiel vor, um die Orientierung für Profis zu erleichtern. Das Spiel analysiert automatisch das Verhalten des Spielers in einem virtuellen Dorf. Somit erkennt die Software seine Fähigkeiten und hilft ihm, den besten Weg auszuwählen.

Emmanuel Guardiola, Kreativdirektor von Seaside: “Es gibt jede Menge Aktivitäten in diesem Dorf, die versteckt sind, wie zum Beispiel hier können wir Champignons entdecken. Wird die Person diese finden? Wird sich die Person für alle Champignons, die sie sieht, interessieren? Der Spieler kann auch das Dekor verändern. Auch da stellt sich die Frage, wird er die Dekoration des Dorfes verändern oder nicht? Mithilfe der Software werden alle Aktivitäten des Spielers zusammengetragen, analysiert und ein psychologisches Profil erstellt, dass ihm bei der Orientierung helfen wird.”

Eine Ingenieurschule aus Paris präsentierte auf der Messe diese neue Generation von Headsets mit dem Namen Oculus. Diese sind noch nicht auf dem Markt erschienen, sollen aber rund 250 Euro kosten und sind damit viel billiger als die Geräte, die es derzeit auf dem Markt gibt.

Die Nutzer lernen, wie sie ihre virtuelle Hand einsetzen können, um Objekte zu greifen. Dieses Spiel erlaubt es den Nutzern, mit Bildern zu interagieren, die vom eigenen Körper bewegt werden. Auf diese Weise fühlt sich der Spieler, als ob er wirklich dort wäre.

Expertin Isabelle Fournot: “Das ist ein Lernspiel, dass entworfen wurde, um Familien zu zeigen, wie sie in ihrem Haus Strom sparen können. Sie befinden sich in einer virtuellen Welt, in einem Haus. Wir nutzen einen Bewegungsmelder, um mit den Bildern interagieren zu können. Die Familien können energiearme Objekte auswählen. Ein Kühlschrank muss voll sein, damit er Energie spart. Ein leerer Kühlschrank frisst viel mehr Strom. Zudem werden für die Hähne Mischbatterien gewählt, damit Warmwasser sparend eingesetzt werden kann. Um was zu kochen, sollte der Topf mit Deckel auf die Flamme gesetzt werden und die sollte nicht größer als der Topf sein. Das spart Energie.”

Das Atelier Numeriques stellte ein Spiel vor, dass den Nutzern erklärt, was zu tun ist, wenn jemand einen Schlaganfall erleidet. Meistens wissen die Menschen nicht, was sie machen sollen und sie reagieren panisch. Aber das richtige Verhalten kann Menschenleben retten. Dieses Videospiel zeigt, was man in solch einer Situation tun sollte.

Die Firma Vigo Universal beweist, dass blinde Menschen auch bei Computerspielen mitmachen können. Ziel ist es, die Form eines 3D-Objekts zu erraten, indem man eine Minitarurausgabe anfasst. Eine Stimme verrät dann das Ergebnis. Für die Zukunft hoffen die Entwickler, dass blinde Menschen Kunstobjekte erkennen können, indem sie Miniaturen anfassen.