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Slowakei: Mahnwachen nach Wahl eines Neonazis

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Slowakei: Mahnwachen nach Wahl eines Neonazis

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Es ist ein Wahlsieg, der viele schockiert: In der Slowakei ist der bekannte Rechtsextremist und Romahasser Marian Kotleba unerwartet zum neuen Regionspräsidenten von Banská Bystrica gewählt worden.
Ein Ergebnis, gegen das viele Menschen jeden Abend mit Kerzen vor einem Museum in Bratislava protesieren. Kotlebas Amtsantritt wurde vorerst verschoben.

Der Student Marek Šimon meint, “zuerst waren alle überrascht, dass sowas heutzutage überhaupt noch möglich ist. Aber jetzt sind die Menschen wachgerüttelt. Wir müssen darauf reagieren.”

Kotleba ist seit Jahren bekannt für seine Hetze gegen Roma und für Auftritte in Uniformen. Er wurde deswegen bereits mehrfach von der Polizei festgenommen und angeklagt. Die Partei Kotlebas ist nicht im landesweiten Parlament vertreten.

Die Einschätzung des euronews-Korrespondenten Gergely Bártfai in Banská Bystrica:
“Die Slowakische Republik ist seit 20 Jahren unabhängig. Aber die Regierungen haben es versäumt, die Schwierigkeiten der Roma und ihre benachteiligte Situation innnerhalb der Gesellschaft in Angriff zu nehmen. Deswegen glauben viele, dass Marian Kotlebas Sieg gleichzeitig eine Niederlage für die gesamte politische Elite ist.”