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Aids: Europäisches Projekt auf der Suche nach einem Impfstoff

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Aids: Europäisches Projekt auf der Suche nach einem Impfstoff

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Weltweit leben rund 35 Millionen Menschen mit HIV, über 25 Millionen sind es allein in Afrika. Das geht aus dem neuen Bericht des UN-Programms zur Aids-Bekämpfung hervor, anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember.
Dank antiretroviraler Therapien hat das Aids-Virus viel von seinem Schrecken verloren. Langfristig kontrollieren lässt es sich letztlich aber nur mit der Entwicklung eines Impfstoffs. Mehrere Forschungsprojekte befassen sich mit diesem Ziel. Auch das französische Team Px Therapeutics, das versucht, ein Vakzin auf Grundlage des Proteins gp41 zu entwickeln.

“Das Protein gp41 wurde ausgewählt, weil es sich auf der Oberfläche des Virus befindet, also vom Immunsystem erkannt werden kann”, erklärt der Leiter des Forschungslabors Nicolas Mouz. “Dieses Protein spielt außerdem eine Schlüsselrolle beim Eindringen des Virus in die Zellen.”

Das HI-Virus verändert sich permanent, um das menschliche Immunsystem auszutricksen. Das transmembrane Hüllenprotein gp41 bleibt jedoch konstant und ist somit eine Art Achillesferse. Gelänge es dem Immunsystem, Antikörper gegen das Protein zu entwickeln, könnte es auch andere HIV-Subtypen.

Das französische Labor ist Teil eines europäischen Projekts namens EuroNeut-41. Die erste klinische Testrunde wurde in Großbritannien an gesunden, weiblichen Testpersonen durchgeführt. Bei dem Projekt geht es auch darum, neue Wege der Verabreichung des Impfstoffs über die Schleimhäute zu entwickeln.

David Lewis vom Clinical Research Center in Surrey erläutert. “Wenn man den Impfstoff über die Nasenschleimhäute verabreicht, steigert das die Abwehrkraft des Genitaltrakts. Innovativ ist die Verbreichung über die Nase in drei Dosen. Dies bereitet den Körper auf eine Abwehrreaktion im Genitaltrakt vor. Die Infektion wird durch Antikörper abgewehrt.”

Alle bisherigen internationalen Versuche, einen Impfstoff zu entwickeln, brachten nicht das erhoffte Resultat. Eine zweite klinische Studie soll zeigen, ob das EuroNeut-41 Projekt auf der richtigen Fährte ist.