Eilmeldung

Eilmeldung

Ost-Gipfel in Vilnius: EU auf Partnersuche

Sie lesen gerade:

Ost-Gipfel in Vilnius: EU auf Partnersuche

Schriftgrösse Aa Aa

Die Europäische Union streckt beim Ost-Gipfel in Vilnius die Hand aus, doch das Angebot einer Partnerschaft stößt bislang auf wenig Gegenliebe. Armenien sagte nein, Weißrussland und Aserbaidschan haben andere Pläne. Die Ukraine legte das geplante Assoziierungsabkommen vorige Woche auf Eis. Stattdessen will sich das Land jetzt der “Eurasischen Union” unter der Federführung Russlands anschließen.

Schwedens Außenminister Carl Bildt zufolge ist noch nicht alles verloren: “Theoretisch können wir jederzeit unterschreiben. Unsere Tür ist offen. Wir haben ganz klar gesagt, dass das Angebot auf dem Tisch liegt. Wann immer Präsident Janukowitsch bereit ist oder die politischen Kräfte in der Ukraine sich verschieben, die EU ist bereit.” Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte, sie habe keine Hoffnung, dass das Abkommen diesmal gelinge. Auch der polnische EU-Abgeordnete Jacek Saryusz-Wolski ist skeptisch: “Eines Tages wird die Ukraine einen pro-europäischen Präsidenten haben, der starken Rückhalt in der Bevölkerung haben wird. Wir müssen auf die Wahlen 2015 warten.”

Vor dem Königsschloss von Vilnius, wo der Gipfel stattfindet, versammelten sich Dutzende Menschen. Sie wünschen sich eine Annäherung der Ukraine an Europa und riefen die EU-Politiker dazu auf, nicht aufzugeben. Unsere Korrespondentin Natalia Richardson fasste zusammen: “Die Chancen auf ein Abkommen zwischen der EU und der Ukraine sind gleich Null. Doch das Thema Ukraine dominiert dennoch diesen Gipfel. Die europäischen Spitzenpolitiker betonen, dass sie weiter die Integration der Ukraine in die EU unterstützen werden.”