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Trotz Rauswurf: Berlusconi will weitermachen

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Trotz Rauswurf: Berlusconi will weitermachen

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Bye-bye, Berlusconi. Der italienische Senat hat den früheren Ministerpräsidenten und verurteilten Straftäter ausgeschlossen. Damit verliert Silvio Berlusconi sein wichtigstes politisches Amt, für die nächsten sechs Jahre darf er nicht wieder kandidieren.

Doch für den Cavaliere ist die politische Schlacht noch lange nicht geschlagen. Er appellierte an seine Anhänger, “wir müssen am Ball bleiben, wir dürfen nicht verzweifeln, selbst wenn der Führer des Mitte-Rechts-Lagers kein Senator mehr ist. Es gibt andere Parteichefs, die keine Abgeordneten sind.”

Durch den Ausschluss aus dem Senat hat der 77-Jährige keine Immunität mehr, die ihn auf der Anklagebank schützen könnte. Ein glanzloser Abgang nach etwa 20 Jahren im politischen Rampenlicht.

Selbst der oppositionelle Abgeordnete der Fünf Sterne Bewegung Maurizio Buccarella, der für Berlusconis Rauswurf stimmte, sprach von einem traurigen Moment. Obwohl er ernte, was er gesät habe. Es sei auch für Italien ein trauriger Moment, der schon Jahre früher hätte geschehen müssen, meint der Senator.

Vor der Kammer warteten zahlreiche Menschen auf das Ergebnis der Abstimmung – teils erleichtert, teils aufgebracht – wie dieser Einwohner von Rom: “Sie verfolgen Berlusconi. Sie wollen Rache. Das ist nicht fair. Er war 20 Jahre lang Politiker und hat gut regiert.”

Ein anderer Mann freut sich, “endlich ist Italien frei – aber viel zu spät. Wie beschämend.”

Frei, aber angreifbar. Denn die Regierung von Enrico Letta muss wohl weiter mit großem Gegenwind von Berlusconis Partei Forza Italia rechnen.