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Zeitgenössische Kunst in Nikosia

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Zeitgenössische Kunst in Nikosia

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So lieblich sieht der Herbst auf Zypern aus. Die belebte Metropole Nikosia blickt auf eine mehr als zehntausend Jahre alte Geschichte zurück. Das Kulturerbe ist vielfältig. Von prähistorischen Siedlungen, über griechische Tempel und römische Villen, bis zu byzantinischen Kirchen gotischen Kathedralen und muslimischen Minaretten. Aber auch zeitgenössische Kunst hat ihren Platz in Nikosias Kulturleben. Hier ein Streifzug durch vier aktuelle Ausstellungen.

Stark mit der Geschichte Zyperns verbunden ist das Werk des Malers Adamantios Diamantis. Nach vielen Jahren Abwesenheit ist sein monumentales Gemälde “The World auf Cyprus” wieder auf der Insel zu sehen im Stadtmuseum Leventis, erläutert Kuratorin Eleni Nikita. “Nach 37 Jahren ist das Gemälde aus Thessaloniki wieder nach Zypern zurückgekehrt und hier im Leventis Museum zu sehen. Nach der Fertigstellung der neuen Leventis Gallerie im März wird es dort permanent ausgestellt.
Adamantios Diamantis arbeitete von 1967 bis 1972 an diesem Gemälde. Es ist sehr berühmt, was auch an seinen gigantischen Ausmaßen liegt. Der Künstler wollte kein komplettes Gruppenporträt anfertigen, sondern es ging ihm um die Darstellung symbolischer, charakteristischer Menschentypen der zypriotischen Gesellschaft.”

Vartan Tashdjian ist ein zypriotischer Künstler mit armenischen Wurzeln und blickt auf 40 Jahre Karriere zurück. Aus diesem Anlass hat die staatliche Theaterorganisation eine Ausstellung zu Ehren des Malers veranstaltet.

“Meine Inspirationsquelle ist die Natur, vor allem hier auf Zypern”, erklärt der Künstler. “Wie Sie vielleicht selbst festgestellt haben, zeige ich Zyperns Natur auf eine ganz ungewöhnliche Weise. Ich fühle mich auf Zypern, vor allem an der Küste zu Hause. Wenn Sie mich fragen, warum wir in einer schwierigen Zeit wie dieser eine Ausstellung organisieren, ganz einfach: Das Leben geht weiter, wir müssen optimistisch bleiben.”

Costas Stathis gilt heute als einer der Vorreiter der zeitgenössischen zypriotischen Kunst. Der Künstler, der fast sein gesamtes Leben in einem kleinen Dorf verbrachte, wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Die Vereinigung Bildender Künstler Cyprus Chamber of Fine Arts widmet ihm eine Retrospektive. Die Bedeutung dieses Künstlers wurde lange verkannt, bestätigt Kuratorin Niki Loizidi.
“Um sein Werk zu beschreiben, erlaube ich mir einen gewagten Vergleich: Er ist der zypriotische Matisse. Sein Werk kann gleichberechtigt neben dem der Fauvisten stehen. Leider wurde seine Bedeutung erst spät, zu spät erkannt. Wir sind im 21. Jahrhundert, dennoch ist sein Werk aktuell und zeitgenössisch. Costas Stathis ist wirklich ein Kunstpionier, nicht für Zypern, auch für Griechenland.”

Mariza Bargilly ist eine Vertreterin der aktuellen Künstlergeneration. Im Diatopos Zentrum für zeitgenössische Kunst zeigt sie Zeichnungen, Aquarelle und Radierungen. Wie ist es ihrer Meinung nach um Zyperns Kunstszene bestellt?
“Es gibt einige Künstler, die im Ausland bekannt sind. Wir haben große Fortschritte gemacht, nicht nur in der Kunst, auch in den Bereichen Theater und Tanz. Es gibt eine reiche künstlerische Basis.”

Yorgos Mitropoulos, euronews: “Nikosia ist bis heute ein Schnittpunkt der Kulturen, an dem vergangene und neue Trends aufeinander treffen, an dem sich die reiche Geschichte der Stadt mit modernen Kunstformen vermischt. Junge Künstler leben und arbeiten hier – ein Zeichen der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.