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Aufatmen im Weißen Haus – Krankenversicherungsportal repariert


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Aufatmen im Weißen Haus – Krankenversicherungsportal repariert

Wochen lang war das Gesetz über die Gesundheitsreform für US-Präsident Barack Obama ein einziger Alptraum. Jetzt ging ein Aufatmen durchs Weiße Haus: Zwei Monate nach dem chaotischen Start des Internetportals von „Obamacare“, wie das Gesetz im Volksmund genannt wird, teilte die US-Regierung mit, die Reparaturarbeiten am Internetportal seien erfolgreich gewesen. Für die „überwiegende Mehrheit“ der Nutzer sei es nun problemlos möglich, online Krankenversicherungspolicen zu vergleichen und abzuschließen.

Obamas Frontmann an der Online-Baustelle erklärte, das Portal könne nun 50.000 Nutzer gleichzeitig und 800.000 pro Tag bedienen. Das System arbeite 90 Prozent der Zeit stabil, was einen erheblichen Fortschritt gegenüber Oktober darstellt, als es schon bei wenigen tausend Nutzern regelmäßig abstürzte.

„Wir haben die Kapazität des Systems verdoppelt, so daß HealthCare.gov jetzt das erwartete Volumen bewältigen kann“, sagte der Projektverantwortliche und Obama-Berater Jeff Zients in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Die Reaktionszeit des Internetportals habe sich erheblich verkürzt, zugleich sei die Fehlerquote drastisch verringert worden, so Zients. „Wir haben die Zugangsrampe des Systems erheblich verbreitet, von zwei auf vier Spuren.“

„Um es kurz zu sagen: Der Unterschied zwischen HealthCare.gov am 1. Dezember und am 1. Oktober ist wie Tag und Nacht”, sagte Zients. Verbessert worden sei auch der Service-Bereich, bei dem Nutzer rund um die Uhr technische Hilfe bekommen können.

Insgesamt seien rund 400 Computerprobleme auf der Internetseite gelöst worde. Allerdings teilte Zients keine aktuellen Daten über die Zahl der Nutzer mit, die gegenwärtig eine Krankenversicherungspolice abschließen.

Dennoch zeigten sich Kritiker zurückhaltend, etwa die großen Versicherungsgesellschaften. Ihrer Meinung nach gibt es nach wie vor Probleme mit dem Teil der Webseite, der den Versicherungen korrekte Informationen über die Kundenprofile vermittelt. Dabei geht es etwa darum, ob ein Kunde aufgrund seines geringen Einkommens staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen kann.

Die Inbetriebnahme des Internetportals am 1. Oktober war von einer beispiellosen Pannenserie begleitet, durch die Präsident Obamas Umfragewerte in den Keller gingen. Demokraten im Kongreß, die 2014 um ihre Wiederwahl bangen müssen, standen kurz vor einer Meuterei, während die Republikaner ihre Schadenfreude nur mit Mühe im Zaum halten konnten.

Offiziellen Zahlen zufolge waren wegen der Probleme mit der Internetseite im Oktober nur 27.000 Bürgerinnen und Bürger in der Lage, online eine Krankenversicherung abzuschließen.

Demgegenüber steht Obamas Versprechen aus dem Wahlkampf 2008, etwa 30 Millionen unversicherten Amerikanern eine preisgünstige Krankenversicherungspolice zu ermöglichen.

In der Polit-Talkshow Face the Nation verglich der demokratische Senator Robert Menendez am Sonntag das Online-Debakel mit einem Zwangs-Ladenschluß: „Sie wollen unbedingt etwas kaufen, aber die Tür zum Geschäft ist wie vernagelt.“ Nun sei die Tür erfolgreich geöffnet worden, so Menendez.

Für Obama und seine Regierung sind mit der funktionierenden Internetseite aber noch längst nicht alle Schwierigkeiten mit der Gesundheitsreform überwunden. Die Republikaner laufen weiterhin Sturm gegen das Gesetz – aus ideologischen Gründen.

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