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Kroatien: Für heterosexuelle, gegen homosexuelle Ehe

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Kroatien: Für heterosexuelle, gegen homosexuelle Ehe

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In einer Volksabstimmung haben sich die Bürger Kroatiens für die Aufnahme der Ehe zwischen Frau und Mann in die Verfassung ausgesprochen. Knapp 66 Prozent unterstützten eine entsprechende Initiative, die im Vorfeld des Referendums Zuspruch von der katholischen Kirche erhalten hatte. Der gleichgeschlechtlichen Ehe erteilten die Kroaten damit eine Absage.

“Ich glaube und erwarte, dass die Ergebnisse der Abstimmung nicht der Grund für eine ideologische Spaltung unserer Gesellschaft sein werden”, sagte Staatspräsident Ivo Josipovic.

Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 38 Prozent, obwohl das Thema im jüngsten Mitgliedsland der Europäischen Union für hitzige Debatten gesorgt hatte.

“Meiner Meinung nach kann eine Initiative, die derartig viel Hass, Streit und Anschuldigungen ausgelöst hat, nicht gut sein”, meint eine Frau. “Egal, ob man dieser Initiative zustimmt oder sie ablehnt, fördert so etwas nicht gerade die Toleranz.”

Für einen anderen Kroaten war das Ergebnis “vorherzusehen”. “Es war zu erwarten, dass die Tradition siegt, dass sich die landläufigen Normen, die Kirche und die Religion durchsetzen”, sagt er.

Gegner der Initiative – darunter die sozialdemokratische Regierung – sagten, das Abstimmungsergebnis diskriminiere Homosexuelle und verletze die Menschenrechte. Befürworter sehen in dem Resultat einen Schutz familiärer Werte.