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Ukrainische Opposition will Misstrauensvotum

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Ukrainische Opposition will Misstrauensvotum

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In Kiew haben in der Nacht zum Dienstag erneut Hunderttausende gegen die ukrainische Regierung protestiert. Bereits am Dienstagmorgen könnte eine Entscheidung über die politische Zukunft des Landes fallen: Die Opposition möchte den Regierungschef und Janukowitsch-Vertrauten Mikola Asarow durch ein Misstrauensvotum absetzen.

“Wir fordern die Amtsenthebung des Präsidenten!”, sagte Oppositionspolitiker Oleg Tjagnibok, “und den Rücktritt der Regierung. Wir brauchen Strafverfolgung für die, die ihre Hand gegen unsere unschuldigen Kinder erhoben haben!”

Für eine Parlamentsmehrheit fehlen der Opposition 35 Stimmen, doch einige Abgeordnete der Regierungspartei könnten angesichts der Massenproteste kippen.

Boxweltmeister und Oppositionspolitiker Vitali Klitschko rief die Ukrainer zur Vereinigung auf: “Alleine kann ich nichts erreichen. Zu dritt können wir immer noch nichts verändern, doch wenn wir zehn, zwanzig, dreißig, Tausende, gar eine Million sind, dann hat die Regierung keine Chance mehr.”

Auf dem Maidan harren Hunderte trotz Minusgraden seit dem Wochenende in einer Zeltstadt aus. Alle Straßen, die zum Platz führen, sind mit selbstgezimmerten Barrikaden blockiert.

Oppositionsanhänger konnten bisher eine Gewerkschaftszentrale und das Kiewer Rathaus besetzen.

In der vergangenen Woche protestierten sie noch wegen eines geplatzten Freihandelsabkommens mit der EU, inzwischen sprechen viele Demonstranten von einer Revolution.

Falls dem Misstrauensantrag nicht stattgegeben wird, wollen sie streiken.

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