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Frankreich: Proteste gegen neues Prostitutionsgesetz

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Frankreich: Proteste gegen neues Prostitutionsgesetz

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Nach der Annahme eines verschärften Gesetzes gegen Prostitution durch die französische Nationalversammlung haben in Paris erneut Kritiker des Gesetzes demonstriert.

Mit Strafen von bis zu 1500 Euro für Freier will die Regierung den Menschenhandel eindämmen. Die Gegner der Neuregelung bezweifeln aber die Effektivität des Gesetzes.

“Wir brauchen unsere Freier genauso wie die Freier uns brauchen,” so eine demonstrierende Sexarbeiterin. “Der Mafia-Einfluss wird nur weiter wachsen. Ehrlich gesagt, es wird chaotisch und furchtbar werden. Dieses Gesetz vervielfacht die Probleme nur.”

Auch die Polizei zweifelt. Sie hält das Gesetz für schwer umsetzbar, wie Jean-Paul Megret von der Polizeigewerkschaft sagt: “Wir werden in die Wälder gehen müssen, uns hinter Baumstämmen verstecken und versuchen, die Freier zu filmen, damit wir sie fangen können. Eigentlich wenden wir solche Methoden nur gegen die Menschenhändler und Zuhälterringe an.”

Damit das neue Prostitutionsgesetz wirksam wird, muss es nach der Nationalversammlung auch noch das französische Oberhaus passieren. Bis kommenden Juni soll dort abgestimmt werden. Ein Termin steht noch nicht fest.