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Kiewer Regierung unter dem Druck des "entweder - oder"

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Kiewer Regierung unter dem Druck des "entweder - oder"

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euronews, Claudio Rosmino
Um besser zu verstehen, welche Entwicklungen jetzt in der Ukraine möglich sind, sprechen wir mit unserem Korrespondenten in Kiew, Sergio Cantone. Tausende von Demonstranten sind immer noch auf den Straßen, gleichzeitig verschärft die Regierung den Ton, verlangt von den Oppositionsführern, sich verantwortungsbewusst zu verhalten. Die Lage könnte sich aber zuspitzen.
Bis zu welchem Punkt könnte sich die Opposition gegen den Präsidenten Janukowitsch behaupten?

Sergio Cantone
Die Nagelprobe wird schon in den kommenden Tagen folgen. Man weiß, dass die Leute auf dem Maidan und in den Straßen von Kiew weiter den Oppositionsführern folgen wollen. Es gibt praktisch zwei Bewegungen. Die, bei der der Name “Euro-Maidan” das Ziel anzeigt. Und eine eher politisch-pragmatische, zu der sich die drei so unterschiedlichen Politiker zusammengefunden haben. Vor allem nach den Übergriffen der Polizei.
Von ihnen, den Oppositionsführern, kommt die Idee von vorgezogenen Wahlen von Parlament und Präsident. Dahinter stehen viele der Demonstranten.
Vor allem nachdem die Rada am Dienstag den von der Opposition eingebrachten Misstrauensantrag gegen die Regierung Asarow abgelehnt hat.

euronews
Gibt es denn noch Spielraum für Verhandlungen mit der EU? Einerseits setzt Kiew auf Beruhigung, schickt eine Delegation nach Brüssel. Andererseits sind da die Bindungen an Moskau, die immer enger werden, wie die momentane Einigung im Gasstreit zeigt.

Sergio Cantone
Die ukrainische Regierung ist in arge Bedrängnis geraten, weil sie nur entweder das Assoziierungsabkommen mit der EU – oder, dem Moskauer Druck nachgebend, den Beitritt zur “Eurasischen Zollunion” unterschreiben kann. Nach dem NEIN zum Assoziierungsabkommen und mit der andauernden Massenbewegung im Rücken wächst diese Bedrängnis. Die aktuelle Führung mit Präsident Janukowitsch und Regierungschef Asarow versucht, gegenüber den Demonstranten eine Rechtfertigung zu finden. Daher sagt sie, die Verhandlungen mit der EU gehen weiter. Ob das stimmt, wird man in den nächsten Tagen sehen. Und vor allem wartet man hier darauf, welche Antwort von der EU kommt, ob sie noch Vertrauen zu Kiew hat.