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Krankheit des Präsidenten: Tabuthema oder Privatleben?

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Krankheit des Präsidenten: Tabuthema oder Privatleben?

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In Frankreich wird heute Morgen vor allem über die Geheimniskrämerei um die Gesundheit der Präsidenten diskutiert. Der Radiosender France Info hat in Erfahrung gebracht, dass François Hollande im Februar 2011 – also lange vor seiner Präsidentschaft, die im Mai 2012 begann – in Paris an der Prostata operiert worden ist. Diese Operation ist verschwiegen worden – und auch die alle sechs Monate versprochenen Berichte über die Gesundheit des 59-jährigen Präsidenten werden nur wesentlich seltener veröffentlicht. Der nächste Bericht ist im Frühjahr 2014 vorgesehen. Und auch der letzte erklärte nur lapidar, dass alles in Ordnung sei.

Ist die Krankheit der französischen Prâsidenten ein Tabuthema?
Die Journalisten verweisen jetzt darauf, dass die Franzosen in der Vergangenheit – im Fall von Georges Pompidou und François Mitterrand – belogen worden sind, wenn es um die Gesundheit ihrer Präsidenten ging. Da wurde – im Falle Pompidous – schon mal Krebs in der Endphase als eine Grippe ausgegeben. Und der schon vor seiner ersten Präsidentschaft 1981 an Krebs erkrankte François Mitterrand hat seine Krankenberichte fälschen Krankenberichte fälschen lassen lassen und seine Krebserkrankung erst 1992 eingestanden.

Offiziell ist der Krankenhausaufenthalt von François Hollande im Hôpital Cochin 2011 inzwischen auf Twitter bestätigt worden, aber Premierminister Jean-Marc Ayrault erklärte auch, dass es sich um eine harmlose Operation gehandelt habe und beklagt, dass Ausbreiten des Privatlebens des Präsidenten, der damals sein Amt noch nicht angetreten hatte.