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Prostitution in Europa

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Prostitution in Europa

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Man nennt es das “älteste Gewerbe der Welt”.
Und jetzt wird in Europa um die Frage gestritten, ob Prostitution weiter ein Gewerbe bleiben soll.
Dass die allermeisten Prostituierten furchtbar ausgebeutet, dass ihre Menschenrechte mit Füßen getreten werden, darüber sind sich die Kritiker einig.
Nur – was tun? Die ehemalige Prostituierte Rosen Hicher will das Übel mit der Wurzel ausrotten. Das könne aber nur mit einem Wandel der Mentalität gelingen, meint sie. Und als Mittel dafür sieht sie die Bestrafung der Freier.
So sieht es das Gesetz bereits in 5 europäischen Ländern vor. In Island, Schweden, Norwegen, der Slowakei und teilweise in Großbritannien. In der Slowakei droht den Freiern sogar Gefängnis.
Schweden galt als Vorreiter mit seinem 1999 verabschiedeten Gesetz. Von den schwedischen Straßen sind die Huren verschwunden. Ob die Freier nun so ebenso wie Trinker wegen Schwedens strengen Alkoholregelungen auf Nachbarländer ausweichen, darüber gibt es keine Informationen. Der Polizeiinspektor Per Hjort sieht das Gesetz als Mittel gegen Menschenhandel. Er meint, die Dinge hätten sich definitiv geändert, seit die Freier um das Risiko wüssten und auch die ständige Polizeipräsenz sehen könnten. Nach offiziellen Angaben wurden bisher fünftausend Männer wegen Verstoß gegen dieses Gesetz festgenommen. Sie bekamen Geld- aber nie Gefängnisstrafen. Das Gewerbe hat sich in Schweden ins Internet verlagert. Den umgekehrten Weg gehen Dänemark, Deutschland, die Niederlande, Griechenland und die Schweiz.
Sie reglementieren statt zu verbieten. In der Schweiz z.B. gilt Prostitution für Frauen ab 16 Jahre als legale wirtschaftliche Aktivität.
Und um den Straßenstrich besser kontrollieren zu können und die “Arbeit” für die Frauen sicherer zu machen, hat man etwa in Zürich eine Art “drive in” installiert. Michael Hertzig, der Direktor dieses Zentrums verweist auf trotzdem steigende Probleme, besonders seit vermehrt Frauen aus Rumänien zur Prostitution gezwungen werden. Man müsse dringend eine Lösung finden. Um eine Lösung wird in Deutschland gerade erbittert gestritten. Seit 2002 gibt es die gesetzliche Regelung, die den Sexarbeiterinnen auch Zugang zur Sozialversicherung ermöglicht. In diesem “Wirtschaftszweig” werden jährlich rund 14 Milliarden Euro umgesetzt. Viele betroffene Frauen befürchten, durch ein Verbot in die Illegalität gedrängt zu werden.