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"Der ukrainische Geduldsfaden ist gerissen"

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"Der ukrainische Geduldsfaden ist gerissen"

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Die ukrainische Opposition will sich nach dem gescheiterten Misstrauensvotum eine neue Taktik für den Machtwechsel überlegen. Trotz Minusgraden wurden auf dem Maidan in Kiew weitere Zelte aufgestellt, es ist der 15. Tag der Proteste.
Die Opposition besetzte mehrere Gebäude, darunter auch das Rathaus. Die Ukrainer wollen weiterdemonstrieren:

“Wir haben keine Angst”, sagte ein junger Mann. “Wir sind bereit, die Angriffe der Polizeieinheit Steinadler abzuwehren. Janukowitsch zerstört alles, er hat Studenten verprügeln lassen, die friedlich demonstriert haben. Wir sind schockiert. Der ukrainische Geduldsfaden ist gerissen.”

“Wir haben genug von Janukowitschs Politik, seinem Betrügerregime”, sagte ein anderer. “Die Korruption wird uns umbringen. Wir sterben lieber für die Demokratie, als in diesem System weiter zu existieren.”

Die Opposition versuchte unterdessen, mit einer Dauerblockade des Parlaments den Machtwechsel zu erzwingen. Zu Beginn protestierten die Ukrainer lediglich gegen ein geplatztes EU-Abkommen, jetzt fordern sie den Rücktritt der Regierung. Auf dem Maidan munkelt man inzwischen, dass Mykola Asarow vielleicht zu Verhandlungen bereit sein könnte.

Euronews-Korrespondent Sergio Cantone berichtete aus Kiew:
“Ministerpräsident Asarow sagte, dass die Demonstranten nicht auf parlamentarischen Privilegien wie Immunität zählen können, wie es die drei Oppositionsführer tun. Es klingt wie eine Nachricht an die Ukrainer: Sie sollen das Handtuch werfen, sonst könnten sie Probleme mit der Justiz bekommen. Trotz der Tatsache macht die Menschenmasse nicht den Anschein, aufgeben zu wollen. Jeden Abend kommen noch mehr Menschen auf den Maidan.”

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