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Paris will eine Verschärfung der Richtlinie zur Leiharbeit

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Paris will eine Verschärfung der Richtlinie zur Leiharbeit

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Sozialdumping ist in Europa zwar kein neues Phänomen, doch Länder wie Frankreich, Belgien oder die Niederlande wollen nun gegen illegale Abmachungen und Tricks vorgehen. Das Thema steht an diesem Montag oben auf der Agenda der europäischen Arbeitsminister. Im Vordergrund steht die Arbeit auf dem Bau. Zumeist sind es Subunternehmen, die mit Arbeitskräften aus dem Osten und dem Süden Europas tricksen. “Einige Unternehmen machen Geschäfte, indem sie minderqualifizierte, billige Arbeitskräfte verleihen”, so Werner Buelen von der Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter. “Dabei greifen sie zu Tricks, wie es vorgetäuschte Selbstständigkeit oder Briefkastenfirmen sind, sie zweigen einen Teil der Löhne ab, führen Sozialbeiträge oder Steuern nicht ab.” Manuel ist von Beruf Schweißer und lebt seit acht Jahren in Belgien. Er stammt aus Portugal. Die belgischen Behörden erkannten seinen Arbeitsvertrag nicht an und die Anschrift des Arbeitgebers existierte nicht. “Ich begann auf einer Baustelle zu arbeiten. Den Bauherrn habe ich nie zu Gesicht bekommen”, berichtet er. “Schließlich gab es Schwierigkeiten, was meinen Aufenthalt in Belgien betraf. Es gab Unstimmigkeiten zwischen meinem Vertrag und dem Lohnzettel, der Lohn selbst wurde nicht auf mein Konto überwiesen, sondern ich erhielt kleine Summen in Umschlägen.” Vor allem die Regierung in Paris fordert eine Verschärfung der europäischen Richtlinie zur Leiharbeit, sie will schärfere Kontrollen und mehr Verantwortung für die Subunternehmer.