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WM 2014-Auslosung: DFB-Elf trifft auf Portugal, Ghana und die USA

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WM 2014-Auslosung: DFB-Elf trifft auf Portugal, Ghana und die USA

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Etwas Glück gehabt und die Favoritenstellung erobert. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat mit Portugal, Ghana und den USA machbare Aufgaben zugelost bekommen in der Qualifikationsgruppe G. Heimlicher Höhepunkt ist natürlich das Duell der beiden ehemaligen Trainergefährten Jogi Löw und Jürgen Klinsmann in der Partie Deutschland gegen die USA. Ziemliches Losglück hat die Schweiz gehabt mit Frankreich, Ecuador und Honduras.

Gruppe A:

Im Eröffnungsspiel am 12. Juni trifft Gastgeber Brasilien auf Kroatien, das ähnlich stark einzuschätzen ist wie Mexiko und Kamerun.

Gruppe B:

In Gruppe B kommt es gleich im ersten Spiel zwischen Spanien und den Niederlanden zum Duell der Giganten. Australien und Chile dürften es schwer haben.

Euronews-Sport-RedakteurJuan Antonio Aldeondo aus Spanien:

“Der Druck des Favoriten und das Gefühl für einige altgediente Spieler, womöglich die letzte Titel-Chance zu haben, könnte sich sehr negativ für Spanien auswirken.
Dazu kommt das enorme Potenzial der Niederlande, die bissige Art und die Qualität der Chilenen und das immer unberechenbare Australien. Man könnte sagen, dass Spanien nicht gerade im Losglück gewesen ist. Und nebenbei könnte Gruppenplatz zwei dazu führen, dass wir schon in der Runde der letzten 16 Mannschaften auf Brasilien treffen könnten.”

Gruppe C:

Gruppe C führt die Elfenbeinküste als Favoriten ins Feld, allerdings neben den in der Südamerika-Qualifikation extrem stark auftrumpfenden Kolumbianern.

Gruppe D:

Gruppe D birgt den Klassiker England – Italien in sich und damit gleich zwei in Frage kommende Titel-Favoriten. Auch wenn die Euronews-Experten Cinzia Rizzi aus Italien und Andrew Robini aus England skeptisch sind:

“Italien ist nicht gerade glücklich über die Auslosung. Uruguay und England sind sehr gefährlich. Einerseits wartet England seit fast 50 Jahren auf den Titel. Andererseits hat Uruguay ein unnachahmliches Sturm-As wie Cavani im Ärmel.”

Und Andrew Robini meint:

“Ich bin eigentlich froh über diese starke Gruppe. Im ersten Spiel gegen den Weltmeister von 2006 anzutreten, ist gleich eine Standortbeschreibung. Und glücklicherweise gibt es in der Gruppenphase kein Elfmeterschießen. Das lässt England Chancen…”

Gruppe E:

In Gruppe E dürfen sich die Schweiz und Frankreich nicht zu sicher fühlen angesichts vermeintlich zweitklassiger Konkurrenz aus Honduras und
Costa Rica. Aber die Achtelfinal-Tür steht offen für beide Europäer.

Gruppe F:

Gruppe F lässt auf den ersten Blick viele Fragen offen angesichts der überdeutlichen Ausnahmestellung von Argentinien. Die Super Eagles aus Nigeria könnten mit Bosnien-Herzegowina um den zweiten Gruppenplatz kämpfen. Iran ist international zu unerfahren.

Gruppe G:

Vorteil Deutschland in Gruppe G: gegen alle drei Gegner hat die DFB-Elf bei einer Weltmeisterschaft noch nicht verloren.
Auf dem Papier gehen Deutschland und Portugal als Favoriten auf den Gruppensieg ins Rennen:

Euronews-Sport-Redakteur Bruno Sousa aus Portugal:

“Portugal muss deutlich besser spielen als in der WM-Qualifikation, um weiterzukommen. Gegen Deutschland liegen Erfolge weit zurück, der letzte Sieg ist dreizehn Jahre her.
Gegen die USA hat Portugal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie man Teams unterschätzen kann. Bei der WM 2002 war Portugal klarer Favorit und verlor verdient mit 2:3.”

Euronews-Sport-Redakteur Thomas Gahde aus Deutschland:

“Zum deutschen Gegner Portugal mit Superstar Christiano Ronaldo hat Bruno bereits alles gesagt. In den beiden anderen Partien mit deutscher Beteiligung wird es etwas menscheln: da ist das Bruderduell zwischen Jerome und Kevin-Prince Boateng in der Partie gegen Ghana und das Wiedersehen der Ex-Kollegen Jogi Löw und Jürgen Klinsmann im Spiel Deutschland gegen die USA.”

Gruppe H:

In Gruppe H geht Belgien als Geheimfavorit mit etlichen im Ausland aktiven Akteuren. Russland, Südkorea und Algerien gemein sind Formschwankungen.

Euronews-Sport-Redakteur
Slimane Yacine aus Algerien:

“Für Algerien ist es die bislang leichteste Gruppe bei einer WM. Die Wüstenkrieger werden es der etablierten Konkurrenz schwermachen. Belgien ist zu alter Stärke zurückgekehrt und Südkorea schon zum achten Mal dabei. Russland hat 12 Jahre WM-Pause hinter sich und will sich als Gastgeber der WM 2018 profilieren.”

Euronews-Sport-Redakteur
Gleb Shatunovsky aus Russland:

“Belgien, Algerien und Südkorea sind praktisch Wunschgegner der russischen Fans gewesen. Für die Anhänger ist die Auslosung also nahezu perfekt gelaufen.
Einziges Problem: die russischen Gegner wie Algerien sind auch alle sehr zufrieden. Also eine recht kuschelige Gruppe. Aber Russland kann nach 12 Jahren WM-Abwesenheit natürlich kaum als Favorit gelten.”

Fazit der WM-Auslosung: Deutschland ist auch bei der bevorstehenden WM in Brasilien wieder einmal das Schlimmste erspart geblieben.

Und die Schweiz muss für das Erreichen der K.o.-Runde lediglich Honduras und Costa Rica ausschalten.

Auch die Perspektive dürfte die DFB-Elf zuversichtlich stimmen: Vor dem Halbfinale kann Deutschland weder auf Brasilien, Spanien und die Niederlande treffen – noch auf Italien, den ewigen Angstgegner.
Vorerst bieten die Aussichten in der Gruppenphase ein
reizvolles Wiedersehen mit Jürgen Klinsmann, heiße Samba mit Superstar Cristiano Ronaldo und ein
brisantes Brüderduell der Boatengs.