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Massenproteste in Kiew: "Weg mit den Verbrechern"

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Massenproteste in Kiew: "Weg mit den Verbrechern"

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In Kiew haben sich Hunderttausende proeuropäische Demonstranten zu Massenprotesten auf dem Unabhängigkeitsplatz – kurz Maidan – versammelt.
Sie forderten Präsident Viktor Janukowitsch erneut zum Rücktritt auf und beschuldigten ihn, die Ukraine an Russland zu verkaufen – “Weg mit den Verbrechern” war auf Plakaten zu lesen. Hintergrund ist ein Gerücht über eine geheime russisch-ukrainische Vereinbarung vom Freitag in Sotschi.

Die Ukrainerin Victoria Gaponenko meint, “wir wollen Freiheit für unser Land und für uns selbst. Wir wollen nicht von Verbrechern regiert werden.”

Der Weißrusse Antoy Jilko sagt, er sei aus Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung gekommen. Es handele sich um einen historischen Moment, denn es gehe nicht nur um das Schicksal der Ukraine, sondern auch um jenes von Osteuropa.

Marina Tredner, eine Exilukrainerin, fügt hinzu, sie habe nicht einfach in Schweden ruhig zusehen können, was aus ihrem Land werde, und wie alles zerstört werde, was ihr wichtig sei. Sie habe hier übernachtet und halte den Unabhängigkeitsplatz für sicher.

Sicher war der Maidan jedoch nicht für Dutzende Journalisten, die vor genau einer Woche von der Polizei angegriffen wurden. Auch ein Euronews-Kameramann musste seine Verletzungen im Krankenhaus behandeln lassen. Um weitere Übergriffe zu verhindern und die Demonstranten zu ermutigen, reisten am Samstag mehrere europäische Politiker an, unter ihnen der frühere Präsident des EU-Parlaments, der polnische Politiker Jerzy Buzek und der deutsche Vorsitzende des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments Elmar Brok.